„Hier haben Sie Geld!“ sagte der Rat zur Haushälterin. „Und die Nachschlüssel tragen Sie nur gleich wieder zurück.“
„Schließen Sie aber vorher den Haupthahn zu!“ sagte Dodd von oben herab. „Ich muß die ganze Krone auseinandernehmen. Es wird gleich schlecht riechen im Zimmer. Und geraucht darf jetzt hier drin auch nicht werden.“
„Da ist es wohl besser, wir gehen so lange in dein Zimmer hinauf!“ sprach der Rat zu Polly.
Und Dodd war endlich wieder allein. Er schraubte jedoch nicht die Gaskrone auseinander, sondern ging sofort mit seinen Nachschlüsseln dem Wandtresor zu Leibe. Das nicht allzu kunstvoll gebaute Schloß konnte seiner langjährigen Uebung nicht widerstehen. Die Tür gab nach, aber die zwei Millionen kamen nicht zum Vorschein. Nur ein größerer Betrag an Bargeld war vorhanden. Und für die Schuldscheine und Hypothekenpapiere, die dabei lagen, interessierte sich Dodd nicht.
Was aber sein höchstes Interesse hervorrief, das war das Telegrammformular, auf dem drei lange Reihen von Ziffern standen. Das war eine chiffrierte Mitteilung von Peter Voß. Vielleicht gab sie über den Aufenthalt der Millionen Aufschluß.
Dodd setzte sich kaltblütig an den Schreibtisch und nahm eine Abschrift davon. Auch die Umhüllung des Pakets, die der Rat in den Papierkorb geworfen hatte, steckte er ein. Dann legte er das Telegramm an seinen alten Platz zurück und verschloß den Schrank.
Noch eine Stunde suchte er in der Wohnung herum, bis er sich zu der Ueberzeugung bequemen mußte, daß das Geld anderswo versteckt war. Im 25. Hause auf der Feldstraße war es nicht.
„Sind Sie endlich fertig?“ giftete sich die Haushälterin, als der die Haustür öffnete. „Drehen Sie einmal Ihre Taschen um.“
„Guten Abend!“ sagte Dodd und ging hinaus.
Im Hotel angekommen, verwandelte er sich wieder in den Gentleman und machte sich an die Enträtselung der Ziffernreihen. Bald hatte er den Schlüssel gefunden und konnte die vielsagenden Worte zusammenstellen: Berlin, nicht Warschau. Genaue Zeit und Treffpunkt kommt telegraphisch. Tausend Grüße an Dich und Onkel. Dein Peter.