Martha Zippel mußte laufen. Dodd beschäftigte sich weiter mit seinen geliebten Gasröhren, turnte auf den Tisch und leuchtete das Rohr an der Decke ab, das zur Gaskrone führte. Zufällig fiel sein Blick zum Fenster hinaus, wo eben ein gelber Postwagen um die Ecke bog und vor dem Hause hielt. Der Postbeamte brachte ein kleines Paket, so groß wie eine Zigarrenkiste. Polly öffnete der Kürze halber das Fenster.
„Es scheint ein Schlüsselbund drin zu sein!“ meinte der Beamte und bedankte sich für das Trinkgeld.
„In der Tat!“ sprach der Rat sichtlich erfreut, nachdem er die Schnur durchschnitten und die Kiste geöffnet hatte. „Dieser Emil Popel besitzt mehr Anstand, als ich glaubte.“
Dann brachte er ein ziemlich großes Bund durch täglichen Gebrauch blankgeschliffener Schlüssel heraus.
Polly packte unterdessen die goldene Brille aus.
„Sieh da!“ rief der Rat, auf das angenehmste überrascht, und bekam plötzlich ein Telegrammformular in die Finger.
In diesem Augenblick trat die Haushälterin mit den Nachschlüsseln herein.
„Es ist nicht mehr nötig!“ winkte ihr der Landgerichtsrat ab. „Ich habe soeben die Schlüssel wiederbekommen.“
Die unverehelichte Martha Zippel stand, als wüßte sie nicht aus noch ein, während der Landgerichtsrat das Wandschränkchen öffnete, ihm einiges Geld entnahm, das Telegrammformular hineinlegte und die kleine Eisentür wieder verschloß.
Dodd entging nicht die kleinste Bewegung.