„Morgen früh reise ich nach Rußland!“ flüsterte er. „Du kehrst zum Onkel zurück und wartest auf mein Telegramm.“

„Aber heut nacht bleibst du bei mir!“ erwiderte sie schämig.

„Wie gerne!“ erwiderte er leise und küßte sie herzhaft. „Aber es geht wirklich nicht. Ich muß Stiefel putzen und Kleider bürsten.“

Jetzt begann Dodds Apparat zu arbeiten. Er hörte einen langen, innigen Kuß und verzog schmerzhaft das Gesicht.

„Morgen früh zwischen fünf und sechs komme ich noch einmal!“ tönte des Verbrechers Stimme deutlich aus der Horchkapsel.

Dann klappte die Tür.

Dodd fuhr mit dem Kopf auf den Korridor hinaus. Aber er kam um den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Der Verbrecher sauste eben um die Ecke.

„Macht nichts!“ schmunzelte Dodd und rieb sich die Hände. „Jetzt hab ich ihn!“

Daß das Lichtsignal erloschen war, beachtete er nicht in seiner freudigen Erregung. Für ihn logierte der Dieb als Hotelgast in einem der Zimmer von 200-240.

Es ging auf zehn Uhr. Dodd stellte seinen Wecker auf vier Uhr und kleidete sich aus. Auch die lästige Maske legte er ab. Den Anzug und den Ueberrock hing er zum Reinigen in den kleinen Schrank zwischen den Doppeltüren. Auch seine Stiefel stellte er hinaus. Die Handschellen ließ er, seiner Gewohnheit nach, in der linken Ueberrocktasche stecken. An denen vergriff sich doch keiner.