So fiel er denn dem falschen Krüppel, den er vertreten und der vor seinem Häuschen schon voller Sorgen nach ihm ausgeschaut hatte, fast in die Arme.
„Gewonnen!“ schrie er, riß sich die Lumpen vom Leibe, wobei die gesammelten Geldstücke auf den Fußboden fielen, und schwang den Zettel, der die hastig hingekritzelten Worte enthielt: „Morgen früh fährt Dodd nach Jokohama. Ich hoffe dich im Museumspark zu treffen. Tausend und abertausend süße Küsse von deiner Polly.“
„Und ob du mich treffen wirst!“ lachte Peter Voß vergnügt und wollte wieder in seinen alten Anzug hineinkriechen.
Allein der kahle Kopf und die gelbe Hautfarbe wollten durchaus nicht dazu passen. Unterdessen hatte der gesunde Krüppel die Geldstücke zusammengelesen und war so überrascht von der Höhe des Gewinnstes, daß er Peter Voß allen Ernstes vorschlug, bei ihm zu bleiben, um das Geschäft gemeinsam zu betreiben. Wie es sich nun herausstellte, besaß der Mann nicht nur das Häuschen zu eigen, sondern verfügte außer seinen Lumpen über die Garderobe eines reichen Japaners, die er aber nur des Abends benutzte, wo er sich von seiner täglichen Kriecherei zu erholen pflegte. Er bot Peter Voß einen seidenen Kimono an, der sich schon sehen lassen konnte. Alles, was zur Ausstattung eines japanischen Gigerls gehörte, von den Sandalen bis zum Sonnenschirm, war vorhanden.
Peter Voß ging scheinbar auf das Anerbieten ein und blieb bei dem Bettelkomödianten über Nacht. Am nächsten Morgen drang er von neuem in ihn, sein Kompagnon zu werden, da ihn keiner so gut vertreten könne als er.
Peter Voß versprach ihm, sich die Sache zu überlegen, und verließ das Häuschen als wohlgekleideter Japaner. Eine Jinrikscha brachte ihn zum Museumspark im Norden Tokios. Hier spazierte er im japanischen Kostüm mit der Grandezza eines Altkastiliers und der unerschütterlichen Würde eines nordamerikanischen Multimilliardärssohnes auf den zierlichen gewundenen Pfaden einher, bis Polly auftauchte. Sie erkannte ihn nicht, aber er ließ sie nicht lange im ungewissen, folgte ihr bis an eine Stelle, wo die Büsche dicht genug waren, und vertrat ihr den Weg.
„Peter!“ jauchzte sie und hing schon an seinem Halse.
Die Begrüßung dauerte bedeutend länger, als es sich für einen von dem berühmten Bobby Dodd verfolgten doppelten Dollarmillionendieb schickte. Er kam zuerst zur Besinnung und zog sie tiefer in die Büsche hinein, wo er schon vorher eine verschwiegene Bank entdeckt und sich den Platz genau gemerkt hatte.
„Peter!“ flüsterte sie. „Ich verzehre mich vor Sehnsucht nach dir. Ich halte es einfach nicht länger aus.“
Er antwortete ihr nur mit Küssen.