„Nein!“ entschied er, und seine Stirn furchte sich vom anhaltenden Nachdenken. „Dazu ist dein Plan viel zu fein, daß wir ihn so leichtsinnig aufs Spiel setzen dürften. Ich werde ihn zum großen Teil benutzen und einen viel besseren daraus schmieden. Wir werden alle drei hinüberfahren, aber nicht nach Nordamerika, sondern nach Südamerika, und zwar auf ein und demselben Schiff.“
Polly fuhr erschreckt zusammen.
„Auf ein und demselben Dampfer!“ wiederholte er mit ernster Entschiedenheit. „Ich in der Maschine, und du mit Dodd in der Kabine.“
„Um Gottes willen!“ stieß sie erschreckt heraus. „Wenn er das merkt?“
„Das laß nur meine Sorge sein!“ tröstete er sie und gab ihr das Telegranmm zurück. „Leg es wieder in den Koffer, genau an dieselbe Stelle, wo du es weggenommen hast. Und dann gib mir Geld. Wieviel hast du?“
„Fünfzigtausend Rubel!“ erwiderte sie und holte ein kleines Paket aus der Tasche. „Von Stockes.“
Und nun tauschten sie ihre russischen Erlebnisse aus. Peter Voß nahm nur eine Tausendrubelnote, schon um Dodd keinen Grund zum Argwohn zu geben. Dann wurde der Schlachtplan entworfen.
„Es ist wahrscheinlich, daß die Zippel Dodds Adresse weiß!“ meinte er zum Schluß. „Um aber ganz sicher zu gehen, werde ich ein zweites Telegramm nach Strienau in deinem Namen schicken, und zwar sofort. Darin werde ich dem Onkel die nötigen Aufklärungen geben, daß es auch klappt. Ich werde darin die Haushälterin von Dodd grüßen lassen. Das zweite Telegramm kommt dann von mir, wenn ich die passende Schiffsgelegenheit ausgeknobelt habe. Das ist nämlich das schwierigste. Es ist auch möglich, daß wir nach Australien müssen. Die Sache muß ganz scharf auskalkuliert werden, daß sie im richtigen Augenblick einschnappt wie ein gut geöltes Sicherheitsschloß.“
„Peter, Peter!“ seufzte sie matt und umschlang ihn. „Was hast du vor?“
„Das weiß ich noch nicht ganz genau!“ lachte er und küßte sie zum Abschied. „Es kommt alles auf die Schiffsverbindungen an. Aber wenn es sich irgendwie arrangieren läßt, dann wird es eine ganz tolle Geschichte. Denn je toller eine Sache, um so eher gelingt sie. Denk an den Hauptmann von Köpenick.“