„Ich habe seine Spur wiedergefunden!“ sprach er zu Polly. „Hoffentlich erwische ich ihn schon in Honolulu. Sonst müssen wir nach Valparaiso. Auf jeden Fall will ich zwei Plätze auf dem „King Edward“ reservieren lassen. Es wäre ja möglich, daß er eine andere Route eingeschlagen hat. Dann erwarten wir ihn in Valparaiso.“

Polly war alles recht. Sie fühlte instinktiv, daß sie diesmal nur eine stumme Rolle hatte, aber sie spielte sie meisterhaft.

Peter Voß, der sich inzwischen von der Hauptpost seinen amerikanischen Bürgerbrief abgeholt hatte, befand sich nicht auf dem japanischen Dampfer, sondern auf der „Klondyke“, und zwar als Trimmer unter dem Namen Ralph Smithson. Die Besatzungen der amerikanischen Dampfer wiesen immer Lücken auf, da sich die weißen Leute gegen farbige Arbeiter, vor allen Dingen gegen Japaner, ablehnend verhielten. Peter Voß hatte das japanische Kostüm abgelegt und war wieder zu seinem alten Maschinistenanzug zurückgekehrt. Da er nur ein echtes, aber kein falsches Legitimationspapier hatte, mußte er darauf verzichten, ordnungsmäßig anzumustern, und sich damit begnügen, sich ohne Heuer hinüberarbeiten zu dürfen. Sein einziges Gepäck war sein japanisches Kostüm, das er seinem Gastfreund abgekauft hatte.

Als er im Heizraum zum ersten Male die Mütze vom kahlen Schädel nahm und das Hemd auszog, so daß seine quittengelbe Haut zum Vorschein kam, erhoben seine weißen Genossen einen höllischen Skandal und fingen an zu boxen.

„Mit einem japanischen Hund arbeiten wir nicht zusammen!“ brüllten sie wie ein Mann.

„Da hast du was für den Hund!“ brüllte Peter Voß zurück und gab dem ärgsten Schreihals eine echt amerikanische Maulschelle.

Da sahen sie sofort ihren Irrtum ein, und der nationale Friede im Heizraum war wieder hergestellt.

Das Anbordkommen der Passagiere beobachtete Peter Voß durch das Bullauge seiner unter der Back befindlichen Koje, die er mit einem Arbeitskollegen teilte. Der Mann hatte jetzt Wache. Als Peter Voß Dodd und Polly das Fallreep heraufkommen sah, legte er sich aufs Ohr, denn er hatte Freiwache.

Gleich darauf ging der Dampfer in See.

Polly umgab dickste Finsternis. Sie wußte weder, wo Peter Voß war, noch hatte sie eine Vorstellung davon, welche Tollheit er beabsichtigte. Aber sie ängstigte sich nicht um ihn. Die gute Sache war auf seiner Seite, wenn es auch den Anschein des Gegenteils hatte.