Peter Voß war der Held des Decks, er hatte eine ganze Gesellschaft um sich versammelt und unterhielt sie mit seinen Schnurren und Kartenkunststückchen. Dafür galt er ja als Frank Murrel, der Varietékünstler. Zu jonglieren lehnte er entschieden ab, weil das Schiff nicht genügend still lag. Er konnte es natürlich nicht. Ein paar Backfische fanden ihn einfach himmlisch. Am letzten Abend der Ueberfahrt war das Kapitänsessen. Peter Voß hielt dabei eine schwungvolle Rede auf den wackeren Kapitän Siems und wurde von ihm zu einem Glase Bier eingeladen.

„Mr. Murrel!“ sagte er beim zweiten Glase. „Sie sind ein ganz patenter Kerl. Wo haben Sie so gut Deutsch gelernt?“

„Meine Mutter war eine Hamburgerin,“ versetzte Peter Voß bescheiden.

„Also auch ein Hamburger Jung!“ rief der Kapitän begeistert und stieß mit ihm an.

Aber die Gesellschaft an Deck wollte nicht länger auf Peter Voßens gesellschaftliche Talente verzichten und ließ ihn durch den Decksteward herunterbitten.

Bald saß er wieder mitten unter ihnen und brachte sie in wenigen Augenblicken zum Lachen, kaltblütig wie ein gewerbsmäßiger Spaßmacher.

Und da platzte die Bombe, und daß sie platzte, daran war nichts anderes als Frank Murrels Kabinenangst schuld. Sie hatte jede Vernunft in ihm erstickt. Er mußte hinauf! Sonst wäre er verrückt geworden. Er hätte sich aus dem Bullauge ins Meer gestürzt, wenn die Kabinentür abgeschlossen gewesen wäre. Groß genug war es dazu.

Jetzt war ihm alles gleich. Er wankte an Deck auf Peter Voß zu, den Hahn im Korbe der Gesellschaft.

Da standen sich plötzlich zwei Frank Murrels gegenüber. Die beiden Backfische fielen in Ohnmacht.

„Betrüger!“ zischte der echte Murrel und hob die Faust.