Und voller Heiterkeit legte er sich auf das harte Lager und begann sich eins zu pfeifen. Nur Polly fehlte ihm zu seinem vollen Glück.

Noch niemals hatte ein so vergnügter Häftling im Gefängnis von St. Malo gesessen, wie der neue auf Zelle Nummer 19. Der Wärter mußte sich immer das Lachen verbeißen, wenn ihm dieser Mann, beim Essenbringen, auf den Händen entgegengelaufen kam oder gar durch die Zelle Rad schlug, immer von einer Ecke in die andere. Peter Voß wurde die Zeit durchaus nicht lang. Wenn er sich nicht Bewegung machte, unterhielt er sich mit dem Wachtposten, der vor der Front des Gefängnisses auf- und abspazierte. Sein Französisch war zwar nicht tadellos, aber es genügte vollkommen zur Verständigung.

Zwischendurch nahm er sich die Zeit, sich auf sich selbst zu besinnen. Er lag auf der Pritsche und dachte an Polly. Was würde sie für Augen machen, wenn sie ihn hier sitzen sähe? Und er lachte vor Vergnügen laut auf.

Da meldeten sich von der nächsten Zelle her Klopftöne. Er horchte gespannt. Lange und kurze Töne unterschied er, zu bestimmten Zeichen zusammengestellt. Es war kein Zweifel, der Mann morste. Und auf diese Art der Verständigung verstand sich Peter Voß aus dem Grunde. Als Seemann hatte er nicht nur bei Tage mit Flaggen zu signalisieren gelernt, sondern auch bei Nacht durch lange und kurze Laternenblitze. Das ganze Alphabet hatte er im Kopfe. Und sofort begann die Unterhaltung.

„Wer dort?“ fragte er auf englisch, weil ihm diese Sprache geläufiger als die französische war.

„William Schmidt aus London,“ war die Antwort.

„Weshalb sitzt du hier?“

„Ich habe einen kleinen Einbruch begangen und drei Jahre abgekriegt.“

„Gratuliere! Wie lange sitzt du schon?“

„Ein halbes Jahr. Aber ich habe es gründlich satt.“