Punkt zwölf Uhr brannte der Schiffer eine Rakete ab, sie wurde sofort vom Lande erwidert. Nun wurde der Anker wieder gehoben und das Schiff mit halbgerefften Segeln der Küste nähergebracht. Die finstere, ruhige Nacht war dem Unternehmen außerordentlich günstig. Drei große Boote tauchten plötzlich im Gischt der Brandung auf, stießen heran und legten sich längsseits. Wohl an hundert fleißige Hände regten sich, die Ladung zu übernehmen. Das alles ging lautlos und ohne Kommando vor sich. Kein Licht wurde angezündet. Jeder fand seine Handgriffe im Dunkeln.
Die scheinen das nicht zum erstenmal zu machen! dachte Peter Voß und half fleißig mit. Vom Zusehen und Faulenzen war er überhaupt kein Freund.
Da brach plötzlich eine blendende Helle über sie herein. Sie kam vom Meere. Nichts konnte man da erkennen, nur einen grellen Schein, der sich geschwind näherte.
Es war der französische Zollkreuzer.
Hals über Kopf sprangen die Fischer in ihre Boote und stießen von dem englischen Schoner ab. Wenn es ihnen gelang, vor ihren Verfolgern die Brandung zu erreichen, so waren sie gerettet. Die Ladung warfen sie unterwegs über Bord. So konnte man ihnen nichts nachweisen. Umsomehr aber dem englischen Schiffer Penfold. Denn die Hälfte der Ladung lag noch im Raum. Außerdem schwammen rings um den Schoner Whiskykisten, Streichholzschachteln und Kautabakrollen in buntem Gemisch, sämtlich englischen Ursprungs.
Mit einer scharfen Wendung legte sich der Zollkreuzer neben den Schoner und machte daran fest. Ein Dutzend Zollbeamter, bis an die Zähne bewaffnet, sprang an Bord. Schiffer Penfold wehrte sich wie ein Verrückter. Mit einem Spillspaken teilte er nach allen Seiten hin Schläge aus. Auch der Matrose und der Schiffsjunge ließen sich nicht so ohne weiteres überwältigen. Nur Peter Voß tat nichts, die Hüter der französischen Zollgesetze zu erzürnen. Die Hände in den Taschen, ließ er sich ruhig gefangen nehmen.
Es kann mir gar nichts Besseres passieren! dachte er und folgte mit einem freundlichen Lächeln der Einladung, auf den Zollkreuzer zu übersiedeln. Sein schönes Taschenmesser wurde konfisziert.
Schon am nächsten Mittag saßen sie im Gefängnis von St. Malo. Peter Voß bekam eine freundliche, geräumige Zelle mit schöner Aussicht auf das Meer und war mit seinem Schicksal mehr als zufrieden. Sogar eine richtige, eiserne Bettstelle hatte er. Als sich die schwere Tür hinter ihm geschlossen hatte, stellte er sich auf den Kopf und strampelte vor Freude mit den Beinen.
Hier bleibe ich, bis die Kupferpapiere oben sind! dachte er vergnügt und streckte die Nase durch das Fenstergitter, um möglichst viel von dem nahen Hafen und der schönen Umgebung zu erschauen.
Wenn mich Bobby Dodd hier findet, dann kann er wirklich mehr als in den Zeitungen für sich Reklame machen!