„Er ist auf der einen Seite vernietet!“ morste er hinüber.

„Losbrechen!“ befahl William Schmidt.

„Teufel noch mal!“ sagte Peter Voß zu sich. „Aus freien Händen zwei Nieten losbrechen, das will schon was heißen.“

Aber er machte sich doch an die Arbeit, und sie glückte auch. Am Abend des zweiten Tages hatte er den Bolzen in der Hand. Jetzt mußte er angeschärft werden. William Schmidt sparte nicht mit guten Ratschlägen. Peter Voß, der durchaus nicht auf den Kopf gefallen war, erkannte in ihm einen Mann, der ihm in diesen Dingen durchaus überlegen war. Er schliff den Bolzen auf den Steinen des Fußbodens scharf und begann in die Zwischenwand ein kleines Loch zu bohren. Die Mauer bestand aus rotgebrannten Backsteinen und war nur zwei halbe Ziegel dick. Nicht ganz so lang war der Bolzen. Aber William Schmidt arbeitete ihm mit seinem zerbrochenen Bolzen entgegen, nachdem er die Stelle ganz genau ausgehorcht hatte. Schon nach vier Stunden war der neue Bolzen bei William Schmidt drüben. Das Loch war etwa in Kniehöhe und wurde auf beiden Seiten durch kleine Zementpfropfen verschlossen. Peter Voß steckte den seinen ins Loch hinein wie einen Korken in den Flaschenhals. Der Wärter merkte nichts davon. Am Abend öffnete Peter Voß das Loch und konnte sich ganz genau mit seinem Nachbarn unterhalten.

„Komm mit!“ flüsterte der. „In einigen Tagen ist Neumond, dann versuch ich mein Glück.“

„Ich habe keinen Durst nach Whisky!“ behauptete Peter Voß kühn. „Ich bin Abstinenzler.“

„Ho ho ho!“ lachte der von drüben. „Wer dir das glaubt, mein Junge. Du brauchst nur das Loch so weit zu vergrößern, daß du hindurchschlüpfen kannst. Wenn du nicht zu dick bist, ist das in einer Stunde getan.“

„Ich will mir das Ding beschlafen,“ sagte Peter Voß. „Du kannst mich ja benachrichtigen, wenn die Sache so weit ist.“

Am nächsten Morgen machte er sich daran, den anderen Bolzen aus dem Bett zu ziehen. Zwei mußten darin bleiben, sonst wäre es zusammengebrochen. Auch dieses Werk brachte er nach langen Mühen zustande und schärfte den Bolzen an.

Man muß immer aufs Schlimmste gefaßt sein! dachte er und versteckte ihn in der Matratze.