Wir werden später sehen, dass bei veränderter Auffassung eines bestimmten Falles derselbe aus einer Form in die andere übergehen kann. Doch ist diese Thatsache keineswegs etwa geeignet unsere Eintheilung umzustürzen, sondern dient der-

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selben vielmehr, wie sich herausstellen wird, zur wesentlichen Stütze. —

Innerhalb der genannten vier Hauptformen lassen sich nun aber wieder verschiedene Nebenformen abgrenzen, durch Auflösung der einzelnen Gesetze und Normen. Ich werde die wichtigsten derselben anführen.

Wir müssen ferner innerhalb des Komischen noch eine gewisse Rangordnung unterscheiden, bei welcher der sittliche Standpunkt der maassgebende ist. Sehr bemerkenswerth ist, dass hierbei lediglich die Entstehungsursachen des angenehmen Gefühls eine Rolle spielen. Nur diese bedingen in einem gegebenen Fall die Höhe des Komischen und zwar lässt sich hierüber folgender Satz aufstellen: Je edler die Quelle ist, aus welcher das *angenehme* Gefühl hervorgeht, um so höher stehend und edler ist die Form des Komischen selbst; während dieselbe umgekehrt um so niedriger steht, je weniger ein sittliches Wohlgefallen im Spiele ist. — Wie wenig der Ursprung des unangenehmen Gefühls in's Gewicht fällt, sehen wir am Besten daraus, dass in der höchststehenden Form des Komischen, in dem Naiven, gerade am häufigsten grobe Verletzungen sittlicher Ideen vorkommen, die aber durch die Harmonie mit noch höher stehenden sittlichen Normen völlig aufgewogen werden. —

Aus dem oben Gesagten ist es leicht verständlich, dass wir aus der Thatsache, ob ein bestimmter Gefühlscontrast Lachen erregend wirkt oder nicht, einen Maassstab für den absoluten sowie namentlich individuellen Werth der dabei concurrirenden Gefühle, und für den Werth und die Entwickelungshöhe der ihnen zu Grunde liegenden Normen gewinnen, und mit vollem Rechte können wir darum den Satz aufstellen:

„Sage mir, worüber Du lachst, und ich will Dir sagen, wer Du
bist." —

Wenden wir uns jetzt zur Besprechung der oben aufgestellten
Hauptformen.

*I. Das einfach Komische.*

Aus einer Vorstellung und ihrer einerseits leichten, andererseits unmöglichen Vereinigung mit den logischen und ideellen