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Störung des geistigen Lebens nicht selten als ein Experiment gelten,
bei welchem die Einzel-Factoren des geistigen Mechanismus durch ihren
Ausfall oder durch abnorme Steigerung um so deutlicher zur
Beobachtung kommen können. —
Deine Arbeiten über die Hallucinationen und über die Ideenflucht sind mir in dieser Beziehung als mustergültig erschienen und ich bedaure nur, dass sie in einem Fachjournal gleichsam untergegangen, zum grossen Theil aber noch nicht einmal veröffentlicht sind.
Die Psychologie ist Gemeingut so vieler Wissenschaften, dass, wo es irgend angeht, ihre Forschungen in einer jedem Gebildeten verständlichen Sprache niedergelegt werden sollten. Darum habe ich mich auch bestrebt, die vorliegende Abhandlung unbeschadet ihres wissenschaftlichen Inhalts in eine allgemein verständliche Form zu kleiden. Wie oft mein Können hinter dem Wollen zurückgeblieben, weiss ich freilich am besten und muss Dich um Deine Nachsicht bitten. Was den Inhalt anbetrifft, so habe ich mit Lust und Eifer gestrebt, die Wahrheit zu finden und muss es getrost dem Urtheil sachverständiger Kritiker überlassen, zu entscheiden, ob und in wie weit mir dies gelungen. Möchte vor Allen Dir das Buch einige Freude machen! Das ist mein aufrichtigster Wunsch.
Görlitz im December 1872.
*E. H.*
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*Inhalts-Uebersicht.*
*Einleitung.*