Man nimmt zu gleichen Theilen Honig- und Syrupteig, arbeite ihn auf die oben beschriebene Weise, und ist die Probe gut, so werden Streifen, wovon jeder 116⅔ Grm. wiegt, von 16 Centim. Länge, 6–7 Centim. Breite gefertigt, über eben so große Formen gedrückt und Streifen bei Streifen in eine Reihe auf Bleche gestellt und schön dunkelgelb gebacken und braun glasirt.

3) Braunschweiger Honigkuchen aus Kartoffelsyrup.

Um den dicken Braunschweiger Honigkuchen aus Kartoffelsyrup zu bereiten, verfährt man folgendermaßen:

Soviel Stärkesyrup, als man zu Teig vorrichten will, wird in einem Kessel erwärmt, und wenn dies geschehen, folgende Farbe zugesetzt: Man erhitzt Stärkesyrup über Kohlenfeuer bei beständigem Umrühren, bis Blasen erscheinen, die einen Geruch nach gebranntem Zucker von sich geben, wo dann der Zucker im Syrup gebrannt ist und die flüssige Masse ganz dunkelbraun aussieht. Hierauf gießt man etwas heißes Wasser zu und mischt davon dem Stärkesyrup im Kessel soviel zu, bis die Kouleur eines hellbraunen Syrups vorhanden ist, und mischt dann eben so viel Weizenmehl ein, als man Syrup an Gewicht genommen hat.

Dieser Teig hält sich Jahre lang, kann aber auch frisch, sobald er nur erkaltet ist, verarbeitet werden.

Auf 20 Kilogrm. Teig nimmt man 166⅔ Grm. kohlensaures Ammonium, welches mit dem Inhalt einiger Eier abgerührt wird, und auf der bekannten Brechbank wird das Ammonium unter den Teig gearbeitet und möglichst gleichmäßig vertheilt, bis der Teig keine Streifen mehr zeigt und ein gleichförmiges Ansehen bekommen hat. Man mengt auch auf 20 Kilogrm. Teig 83⅓ Grm. Nelken und 83⅓ Grm. Ingwer unter, und nach Belieben Pomeranzenschalen. Die Pomeranzenschalen sind die gewöhnlichen, wie solche getrocknet im Handel vorkommen, und sie werden mit Wasser weich gesotten, dann in Stückchen von der Größe der Linsen zerschnitten — und diese Stückchen siedet man nochmals mit Stärkesyrup auf, und bewahrt sie zum Gebrauch auf.

Von dem Teig rollt man runde und lange Stücken, nur zu 2–3 Centim. Durchmesser, und setzt diese auf Bleche, wo man sie mit einem Rahmen von 4 viereckigen Holzstücken, die 7–9 Centim. im Quadrat stark sind, einsetzt. Die Bleche werden entweder mit Butter bestrichen oder mit Mehl bestreut, um das Anbacken zu verhüten. Das Ausbacken muß in einem nicht zu heißen Ofen geschehen. Bäcker können mit Vortheil den dicken Honigkuchen in dem Ofen ausbacken, nachdem eine Hitze Brod ausgebacken worden ist, wo dann, ohne frisch den Ofen zu heizen, noch die nöthige Wärme vorhanden ist.

Die ausgebackenen Honigkuchen werden auf der Oberfläche mit kochendem Wasser bestrichen, dann wieder getrocknet und nun auf Brettern aufgesetzt, mit Stärkekleister bestrichen, und zum Abtrocknen des Stärkekleisters wieder auf den Brettern in den Ofen gebracht.

Wie man vortheilhaft dem Honigkuchen einen hübschen Glanz geben kann, hierüber belehrt das Recept zum Glänzendmachen der braunen Lebkuchen, durch welches Verfahren die Honigkuchen auch gegen Milben geschützt werden.