Das Verhältniß des weiblichen Geschlechts zum männlichen ist sehr gering, weshalb für Frauenzimmer sich immer Gelegenheit zum Heirathen darbietet, und man hier weniger als bei uns auf Schönheit und Reichthum sieht. Nicht selten fällt es vor, daß Mädchen schon im 13. Jahre in den heiligen Ehestand treten.

Das Klima, welches im Sommer heiß ist, steigt oft über 90 (Fahrenheit), wird aber fast täglich von Süd- oder West-Winden gemildert. Die Nächte dagegen sind empfindlich kalt und setzen im Winter Thau ab; obgleich zu dieser Zeit die Flüsse nie mit Eis bedeckt werden und in den Monaten Dezember, Januar und Februar Regengüsse die Stelle des Schnees vertreten.

Längs des Golfes von Mexiko ist das Land flach und ohne alle Felsen, erhebt sich aber nach und nach bis es seine Hochebenen erreicht hat. Das fruchtbarste Erdreich enthält das angeschwemmte Küstenland, welches sich vorzüglich zum Anbau des Zuckers und der Baumwolle eignen soll. An diese beinahe endlosen Ebenen schließt sich ein wellenförmiges Land an, welches immerwährend eine Abwechselung von Hügeln, Thälern, Wiesen und Wäldern bietet, und das hohe Gras, wie der wilde Roggen ebenfalls die Fruchtbarkeit des Bodens bekunden, auf dem die oft mehre Meilen entfernt voneinander gelegenen Wohnungen den Mangel menschlicher Bevölkerung anzeigen.

Die von Indianern bewohnten Hochebenen, bis wohin solche zurückgedrängt worden sind, sollen ebenfalls an Fruchtbarkeit nichts zu wünschen übrig lassen, und unerschöpfliche mineralische Schätze enthalten. Gold, Silber, Kupfer, Blei, so wie Eisenerze liegen in geringer Tiefe, und nur die tiefe Stufe der Kultur, auf welcher die Bewohner noch stehen, so wie Mangel an Fonds und nöthigen Arbeitern, verhindern den Bergbau. Wilde Pferde, Esel, Büffelochsen, Bären, Leoparden, Panther, Wölfe, wilde Schweine, Ziegen und Schaafe werden von den Indianern gejagt, und diese Thiere verbreiten sich selbst bis zur Mittel-Region herab, wo der Jäger außerdem noch Rothwild, wilde Katzen und Eichhörner in Menge antrifft. Viele bei uns noch unbekannte Wasservögel beleben die wasserreichen Gegenden, und wilde Gänse, Enten, Schwäne, Kraniche und Pelikane, durchstreifen die Gegend in großen Zügen. Geflügel aller Art belebt die Wälder und Wiesen. Rebhühner, Fasanen, Schnepfen, Paradiesvögel, Papageien, Wachteln, Tauben und wilde Truthühner wurden von uns in Menge geschossen und würzten das frugale Mahl.

Zahlreiche Flüsse, welche das Land in allen Richtungen durchschneiden, erleichtern den Verkehr und versorgen die Bewohner des Landes mit Fischen aller Art.

Die mannichfaltigsten Holzarten sind in den Wäldern anzutreffen als: Eichen, Fichten, Eschen, Buchen, Ahorn, Cypressen und Akazien stehen durch einander. Cedernholz wird in Menge angetroffen, das wie der Osage-Orangen-Baum ein äußerst festes Holz liefert, welches die Indianer zu ihren Pfeilen und Bögen verwenden. Die vielen Sorten wilder Apfelbaum, Nußbäume, Kirsch-, Pfirsich- und Maulbeerbäume, beweisen, daß alle Produkte des Gartenbaues in diesem Lande gedeihen würden, obgleich bis jetzt nur wenig in diesem Zweige der Kultur gethan worden ist. Der wilde Wein rankt sich auch hier an den stärksten Stämmen bis in die Wipfel der Bäume, oder läuft ohne Stützpunkt auf der Erde umher.

Außer Zucker und Baumwolle wird gewöhnlich nur noch Mais und die süße amerikanische Kartoffel gebaut, doch ist auch der Anfang mit Taback gemacht worden und eben so mit Waizen. Die Verbreitung dieser Fruchtart wird aber erst von den nöthigen Mühlen abhängen, welche jetzt noch fehlen, da nur Handschrotmühlen aushelfen und das benöthigte Mehl aus den Vereinigten Staaten herbeigeschafft wird.

Die Viehzucht ist erst im Entstehen und nur wenig Kolonisten befleißigen sich damit im Großen, wozu die fetten Wiesen und fruchtreichen Wälder die beste Gelegenheit bieten. Das Fleisch ist übrigens nicht vom besten Geschmack und wildert sehr; Schweinefleisch dagegen ist gut und dieses Thier ist eines der ersten, welches sich der Ansiedler zu verschaffen sucht, da die Vermehrung derselben wenig, oder auch gar nichts kostet, weil dieses Thier seine Nahrung überall in den waldigen Gegenden findet.

Um die Bevölkerung möglichst schnell zu vermehren, gewährte die Regierung allen Einwanderern gegen das Versprechen, wenigstens drei Jahre im Lande zu bleiben und alle Bürgerpflichten zu erfüllen, vom 1. März 1836 an bis letzten Dezember 1838 das Recht des Anspruchs auf:

1200 Acres den Verheiratheten,
650 Ledigen,
320 Kindern über 14 Jahre.