‘So darfst du, süsse Magd, mich ‖ nicht fragen nach Minne:

Du erfährst wohl ohne Fragen ‖ von der Minne Verlust und Gewinne.

Sieh, wie die Minne Freude kehrt in Schmerzen;

Thu der Minn ihr Recht, dass ‖ uns die Minne nicht verderbt in den Herzen.’

Sie sprach: ‘Kann die Minne ‖ die Herzen so beschleichen,

Dass ihr nicht Mann, nicht Weib noch Magd ‖ mit Behendigkeit mög entweichen: 20

Weiss denn Jemand, was die Minne rächen

Will an Leuten, die ihr nie ‖ geschadet, ihre Freuden so zu brechen?’

‘Ja, sie ist gewaltig ‖ der Jungen wie der Greisen:

Kein Meister lebt auf Erden, ‖ der ihre Wunder alle möge preisen.