Geboren angeblich 1475 zu Oberehenheim bei Strassburg, besuchte die Franciskaner Schule zu Strassburg, durchzog Frankreich, Deutschland, Polen als fahrender Schüler, studierte zu Paris Theologie, 1499 zu Freiburg die Rechte; dann Guardian des Franciskaner Klosters zu Strassburg, 1506 vom Kaiser Maximilian zum Dichter gekrönt, um 1509 Doctor der Theologie in Bern. Er führte ein unstätes Leben und wurde oft von seinen Gegnern gezwungen, seinen Aufenthaltsort zu wechseln. In Strassburg veröffentlichte er 1512 sein satirisches Werk ‘die Narrenbeschwörung’ (her. von Gödeke, Leipzig 1879), eine Nachahmung von Brands ‘Narrenschiff.’ In demselben Jahre erschien seine ‘Schelmenzunft,’ welche aus Predigten entstand, die er zu Frankfurt am Main gehalten hatte (photolithographische Nachbildung her. von Scherer, Berlin 1881). Im Kirchenkampf nahm M. zunächst für Luther Partei, dann aber wurde er einer seiner heftigsten Gegner und schrieb das Schmähgedicht ‘Von dem grossen Lutherischen Narren, wie ihn Doktor M. beschworen hat’ Strassburg 1522 (her. von Kurtz, Zürich 1848). Unter den vielen Schriften, die er sonst noch verfasst hat, ist am bekanntesten seine ‘Gäuchmatt’ Basel 1519, ein derbe Satire gegen die Weiber. Er starb um 1536 zu Oberehenheim, wo er eine kleine Pfründe hatte.
DIE NARRENBESCHWÖRUNG.
Aller adel weisst im land,
Wann wir schon kein erbteil hant,
Wir künnen uns der armůt weren,
Allein von disem sattel neren.
DIE SATTELNARUNG[518].
Wann du des sattels nerest dich,
So kanstu warlich me dann ich.
Es můss ein wilde narung sin,