und denne stuondent siu ûf, und dôtend sus dristunt[585]. und denne luodent siu die liute heim zuo imbisse[586], und eins luod zweinzig, {20} eins zehen, und ieglîches nôch sînen statten, und buttentz in wol[587].
Und dis was ir regel. Wer in die bruoderschaft wolte und an die buosse tretten, der muoste xxxiiij. tage dar inne sîn und blîben, und muoste alsô vil phennige hân, das ime alle tage vier phennige an geburtent[588]: das wôrent xj. schillinge phennige und vier phennige. und dar umbe sô entorstent siu nieman heischen[589]. siu getorstent ouch keine herberge heischen noch in kein hûs komen, men lüede[590] in denne drin, und füerte siu denne ône heischen drin. siu getorstent ouch zuo keiner frowen gereden. welcher aber das brach, der kniuwete vor sînen meister und bîchtet es ime. sô satte {30} ime der meister buosse und sluog ime mit der geischeln ûf sînen rucke und sprach:
Stant ûf durch der reinen martel[591] êre,
und hüete dich vor den sünden mêre.
Siu hettent ouch ein gesetzede das siu phaffen under in hettent: aber ir keiner solte meister under in sîn noch an iren heimelîchen rôt gôn.
Wenne siu nu woltent büessen: alsô nantent siu das geischeln; das was zuom tage zwürent[592], früege und spôte; sô zogetent siu zuo velde ûs: sô liute men die glocken, und giengent ie zwêne und zwêne und sungent iren leich alsô vor geseit ist. und wenne siu kôment an die geischelstat, sô zugent siu sich ûs nacket und barfuos untz an die bruoch[593] und dôtent kittele oder wîsse lînen an, und die giengen in von dem nabel untz ûf die füesse, und leitent sich nider {10} an einen wîten creis. und wie ieglîcher gesündet hette, dernôch leit er sich. was er ein meineidiger bœsewicht, sô leit er sich ûf eine sîte und rekete sîne drîe vingere ûf. was er ein êbrecher, sô leit er sich ûf den bûch. sus leitent siu sich in meniger hande wîs nôch maniger hande sünde. dô by erkante men wol was sünde ieglîcher getôn hette. sô siu sich alsus hettent geleit, sô vieng ir meister an wô er wolte und schreit über einen und rüerte in mit sîner geischeln und sprach:
Stant ûf durch der reinen martel êre,
und hüete dich vor den sünden mêre.
{20} Sus schreit er über siu alle, und über welchen er schreit, der stuont ûf und schreit dem meister nôch über die vor ime lôgent, untze siu alle ûf gestuondent. und sungent denne und geischeltent sich mit riemen: die hettent vornân knöpphe und nôlden[594] dar in gestecket; und sungent maniger hande leis. die stônt in der crôniken ûf unser frowen hûs geschriben: dar umbe lôsse ich siu hie under wegen durch kürze willen. und wenne siu sich alsus gegeischeltent und gesungent, sô las einer under in einen brief; und siu sprôchent der engel hette in von himel her abe brôcht. und in dem briefe stuont wie das got erzürnet wære über der welte sünde und wolte siu hân {30} under lôssen gôn: dô wurde er gebetten von sîner muoter und von sînen engeln das er sich solte erbarmen über die welte; und vil anders dinges stuond in dem selben briefe geschriben. und wenne der brief gelesen wart, alsô zogetent siu wider in die stat singende ie zwêne und giengent iren vanen und kertzen nôch.
Ouch wenne siu sich geischeltent, sô wart gar grôs zuo loufen, und das volk weinte und hette grôsse andâht: wan das volk wônde[595] und gloupte das der brief von dem himele her abe wære komen, und alles das siu seitent, das es alles wôr wære. und wenne die phaffen sprôchent wô by men erkennen solte das die geischelvart gerecht wær und wer den brief besigelt hette, dô entwurtent siu und sprôchent wer die ewangelien besigelt hette. Sus brôchtent siu die liute das zuo, das men den geischlæren mê gloubete denne den priestern. und wô siu in die stette kôment, dô kam gar vil volkes in ire bruoderschaft, die ouch geischelære wurdent.