ALBRECHT VON HALLER.

[Scherer D. 372, E. 377.]

Geboren 1708 zu Bern, studierte in Tübingen und Leyden Naturwissenschaften, reiste dann in Deutschland, England und Frankreich und ward 1729 practischer Arzt in Bern. 1736 gieng er als Professor nach Göttingen, und 1753 als Amman nach Bern zurück. Er starb 1777. Als Gelehrter, Kritiker und Dichter gleich angesehen. Seine wichtigsten Gedichte fallen in die Jahre 1725–1736; die erste Sammlung ‘Versuch schweizerischer Gedichte’ erschien 1732. Seine Gedichte wurden herausgegeben von Hirzel (Frauenfeld 1882) und die Tagebücher seiner Reisen von demselben (Leipzig 1883). Im Alter verfasste er politische Romane.

1.
TRAUER-ODE, BEIM ABSTERBEN SEINER GELIEBTEN MARIANE.

Soll ich von deinem Tode singen?

O Mariane! welch ein Lied,

Wann Seufzer mit den Worten ringen 20

Und ein Begriff den andern flieht!

Die Lust, die ich an dir empfunden,

Vergrössert jetzund meine Noth;