1. GOTHISCH.

AUS ULFILAS BIBELÜBERSETZUNG.

[Scherer D. p. 31, E. p. 28.][1]

Vulfila oder Ulfilas geb. 311 A.D. als Sohn christlicher Eltern, die kappadocischer Herkunft waren. Im Jahr 341 zum Bischof der arianischen Gothen geweiht; 348 von Athanarich vertrieben und mit seinen westgothischen Glaubensgenossen von Kaiser Constantius in Mösien aufgenommen. Er starb 381 in Constantinopel, wo er sich gerade aufhielt, um die Lehre des Arius zu vertheidigen. Er schrieb und predigte in griechischer, lateinischer und gothischer Sprache. Er übersetzte aus einem griechischen Originale die ganze Bibel, angeblich mit Ausnahme der Bücher der Könige, und hatte dabei Mitarbeiter. Sieh G. Waitz ‘Über das Leben und die Lehre des Ulfilas’ (Hannover, 1840); W. Bessell ‘Über das Leben des Ulfilas und die Bekehrung der Gothen zum Christentum’ (Göttingen, 1860); v. Gabelentz und Löbe ‘Ulfilas. Veteris et novi testamenti versionis gothicæ fragmenta quæ supersunt’ (3 Bde. Leipzig, 1836–1846); E. Bernhardt ‘Vulfila oder die Gotische Bibel’ (Halle, 1875).

MATTHÆUS VI, 9.

Atta unsar, thu in himinam, veihnai namothein.

Vater unser du in Himmeln, geweihet sei Name dein.

Qimai thiudinassus theins.

komme Reich dein.

Vairthai vilja theins, sve in himina jah ana airthai. 5