Befinden: sehr gut.
Beschäftigung: 9 St. gearbeitet. 3 St. Krankenbesuche u. Spaziergang.—Nachmittags Besuche im Hause.— 71⁄2 St. Schlaf.—
Hautfunction: Morgens sowohl, als Nachmittags stark duftende Haut.
Darmentleerung: Morgens 8 Uhr 30 Min. und Abends 11 Uhr sehr reichlich. Ebenso hatte am 15ten Morgens 9 Uhr 30 Min. kurz vor der Körpergewichtsbestimmung noch eine reichliche Entleerung Statt.
Witterung: Morgens trübe, Regen.—Nachmittags: gewitterhaft, sehr schwül.—Abends Regen.—SW.
Berechnen wir zunächst die Mittelwerthe aus sämmtlichen vorstehenden 6 Tagen, so ergiebt sich, dass bei einem täglichen Genuss von 1947 CC. Fluidis 1467 CC. Urin entleert wurden, und dass diese enthielten:
| 24,634 | Grm. | Harnstoff |
| 0,193 | „ | Harnsäure |
| 1,419 | „ | Schwefelsäure |
| 1,990 | „ | Phosphorsäure und |
| 12,736 | „ | Chlor. |
Das Körpergewicht nahm dabei täglich um 43 Grm. zu.—
Ziehen wir dagegen die Mittelwerthe aus den ersten und letzten 3 Tagen gesondert, so findet sich, dass in den ersten 3 Tagen beim Genuss von 1917 CC. Fluidis entleert wurden:
| 1279 CC. Urin mit | 24,786 | Grm. | Harnstoff |
| 0,292 | „ | Harnsäure | |
| 1,369 | „ | Schwefelsäure | |
| 2,302 | „ | Phosphorsäure und | |
| 13,615 | „ | Chlor; |
das Körpergewicht aber täglich um 138 Grm. zunahm; dass dagegen in den letzten 3 Tagen beim Genuss von 1977 CC. Fluidis entleert wurden: 1655 CC. Urin mit
| 24,583 | Grm. | Harnstoff |
| 0,095 | „ | Harnsäure |
| 1,469 | „ | Schwefelsäure |
| 1,679 | „ | Phosphorsäure und |
| 11,857 | „ | Chlor; |
und dass dabei das Körpergewicht täglich um 52 Grm. abnahm.—
Die Hauptergebnisse dieser Untersuchungen springen leicht in die Augen.—Zunächst ist die Menge des Harnstoffs wieder auf ganz dieselbe Höhe zurückgegangen, auf welcher sie vor dem Gebrauch des Bades in Oldenburg stand; es wurden damals 24,43 Grm., jetzt 24,63 Grm. in je 24 Stunden entleert. Das Resultat stellt sich sowohl bei Berechnung des Mittelwerthes aus allen 6 Tagen, als auch bei Berechnung desselben aus den zwei 3tägigen Perioden im Einzelnen heraus. Ihm entsprechend finden wir auch wieder die Schwefelsäure auf derselben Stufe, wie vor Gebrauch des Bades; wir fanden damals 1,404 Grm., jetzt 1,419 Grm. in 24 Stunden. Schwefelsäure und Harnstoff zeigen, wie in allen obigen Untersuchungen, so auch hier wieder einen beständigen Parallelismus.—Die Deutung dieser Verhältnisse ist nicht schwierig. Die durch Seeluft und Seebad bedingte Beschleunigung des Stoffwechsels hörte sofort nach Rückkehr auf den Continent auf; die Consumption grösserer Mengen Nahrungsmaterial war nicht mehr, wie in Wangeroge, Bedürfniss; die vollkommne Befriedigung des jetzigen Nahrungsbedürfnisses hatte Statt bei einer Menge von stickstoffhaltigen Substanzen, welche per Tag 24,5 Harnstoff zu bilden vermochten. Es geht hieraus mit zweifelloser Gewissheit hervor, dass der vermehrte Consum und die eventualiter vermehrte Harnstoffausgabe in Wangeroge lediglich Folge des Seeluft- und Seebadgenusses waren. Dort, wie in Oldenburg, genoss ich ganz nach Bedürfniss; die Befriedigung desselben führte aber bei mehr oder weniger gleicher Qualität der Nahrung dort zu einer täglichen Harnstoffausgabe von 27-30 Grm., hier nur zu einer solchen von 24 Grm. Deutlicher kann die den Stoffwechsel beschleunigende Wirkung der Seeluft und des Seebades nicht wohl dargethan werden.—