Zum Schlusse

theile ich den Lesern einen Auszug aus dem Schreiben eines gelehrten Freundes mit und bitte Jedermann, der sich für Sammlungen von Volkssagen, Volksliedern, Sprichwörtern, Inschriften und was sonst dahin gehört, interessirt, um gütige Mittheilungen.

»Als einen schwachen Beweis, wie gern ich Ihr schönes, verdienstliches Vorhaben unterstützen möchte, sende ich Ihnen einliegendes Gedicht. Sollte es noch nicht in Ihrer Sammlung sein, so glaube ich, daß Sie es als einen Gewinn ansehen können.

»Die beste Fundgrube für dergleichen Sachen, wie sie im Munde des Volkes leben und das ist die Hauptsache, sind unsere Spinnstuben. Diese würde man am besten ausbeuten können, wenn Prediger, Schulmänner, Förster etc. auf dem Lande diesen oder jenen verständigen Bauern, dessen Schulbildung etwas über das Gewöhnliche hinausginge, für die Sache interessiren und gewinnen könnten.

»Da diese Lieder meistens gesungen werden, auch in der Regel durch characteristische Melodieen sich auszeichnen, so wäre es gewiß sehr interessant, diese soviel möglich mittheilen zu können. Der Bauer müßte sich dazu verstehen, das Lied, oder das Mährchen aufzuschreiben, so gut er's kann, gleichviel ob vollständig oder mangelhaft. Hat man nur erst Schwarz auf Weiß, dann läßt sich der Sache leichter nachspüren; eben so auch den verschiedenen Lesarten. Wir haben im Volke einige Melodieen, die unbedingt den schönsten des südlichen Frankreichs und des schottischen Hochlandes an die Seite gestellt werden können.

»Im Osnabrückschen lebt im Munde des Volks eine Ballade, welche anfängt:

»»Et rees'de 'n Junker wual uäwer den Rhin,
»»Na eenes Graafen Schwesterlin; etc.
(darin kommt vor:)
»»Ick wickle di hen, ick wickle di hier
»»Un wickle di nu un nimmermehr.
(und endigt sich:)
»»Dem Brooer folgede Rawengesank,
»»Der Süster folgede Klockenklank;
»»Dem Brooer folg'den de Raawen nau,
»»Der Süster folg'den de Schöölers nau.

»Man sieht aus den Bruchstücken, wie vielversprechend das Ganze ist, das ich leider nicht vollständig habe auftreiben können.«

Den Freunden, welche mir auf meine in verschiedenen Nummern der Osnabrückschen Anzeigen vom Jahre 1842 enthaltene Bitten so manche schätzenswerthe Beiträge bereits zusandten, statte ich meinen verbindlichsten Dank ab und hoffe, daß dieselben fortfahren werden, mich mit ferneren Mittheilungen zu erfreuen. Abers ji Antkevaars un Bessemöörs, vertellet, wann ji innehööen miötet, of süß nich recht mehr kummfaart kiönet, den Kinnern dach af un an wat van de aulen Määrkes un Dööntkes, de ji van juue Antkeaulen hier na wietet, un ji fründlicken Buurenwichter, singet den Jungens achter'n Spinnraae un in de Wuörkekaamern dach manngsens söcke aule Leederkes vor; de schriiwet se dann up un schicket se mi, as ick wual wisse weet, geeren to, dat ick se drücken lauten un Jedereene se d'rnau auck liäsen un van buuten leeren kiöne, dat se nich heel verluaren gaaet un Kinnerskinner 'r auck na Geneet van hebben un'r van nauseggen kiönet. De mi Söckes toschicket, 't si auck wat't si, schall vorwahr auck fründlick van mi bedanket sien un' n Küßhändken to hebben.

Anmerkungen zur Transkription:

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