Die Relation bei Strodtmann ist mangelhaft, deshalb habe ich zu beliebiger Vergleichung (auch der Orthographie) eine vollständigere neben Jener abdrucken lassen.

Wann de Buur 't Liinsautsland wennegraawen heft, harket he't met'r Eggen of met'r Harken, segget dat Liin 'r in, un lätt de Walten 'r uäwer gaunen. Is dat Liin goot loopen un nich twiilööpsk af allstofuul, sau giewet sick de Weers an't Ween, dat't juuchet, tomaul wannt nich graffstaakerig is. Wann't sau wiit is, lätt he't luuken un föhrt de Knüttlinge of Knuttenbünne na Huus. Dann geht't an't Riepen; de Knutten de'r van kuomet, lätt he up der Knuttenbahn of up'n Balken dräuge weeren. De Knutten, daar na Stengels anne besitten bliiwen sind, dregget se tohaupe un dat het dann'n Knuttenkranz. De Knuttenkränße hanget se meestig an'n Huuse in de Lucht, un wann se dräuge noog sind, weeret se met de annern Knutten tohaupe bedierwe met'n Friegel uut e duosken; dann wuorpet se dat Diösksel met'r Wuorpschüppen, dat't Knuttenkaff van'n Liine geht. Daarnau kümmt't Liin up de Fiägemiölen; dat beste Liin blift buawen up'n Siefte un werd deels to'r neigesten Insaut up e raaget, deels met den verquiinden, dat'r unner düür fällt, tohaupe na'r Ölgemiölen schicket, dat'r Ölge van schlaagen un Ölgekooken vor't Vee van e maaket weeret.

Dat riepede Flass biinet se in Waaterbauten bringet't na der Röötekuhlen, diiket't in un lautet et rööten, bes't breckt, of röötegaar is. Dann kümmt't in de Spree, bes't knuackendräuge is un goot schillet. Waar se nine Buokemiölen hebbet, daar buocket se't met'r Trööten. Darup werd't bi Rissens in't Veerkant ümme den Flasswocken[B] (Staapelstool) leggt un dann geht't an't Braaken. (Bi de Braakeriggen, daar se sick 'n anner helpet un allmanngsens uut'r ganzen Buurskup bi eene kuomet, geht't meestig lustig hier.) De Brakenschliägel geht sau lange, bes dat Biöcksel alle is. Na der Hand kümmt dat Schwingen up'n Schwingelblocke, dat Schliepbraaken, dat Ribben up'n Ribbelappen un dat Hiekeln. De beste Hee werd to'm Spinnen up e hieget un dat Gaaren dat se daar van spinnet, het Heengaaren, waar 'n tiigen dat uut schiiren Flasse spunnene Flässen- of Schiir-Gaaren het. De leigen Heen bruuket se to'n Schüüren, of maaket'r Flassseile van, man de Schiewe werd up'n Fahl e schmieten of up e raaget, dann se is auck up vull annre Wiise na goot to bruuken, t. B. to'n Füüranbööten, Egger intopacken etc. De Mömme dregget de uut e hiekelden Rissen in Kluawen ('n Kluawen heft teggen Rissens) reet de Heen in Diißens un leggt se weg bes de Tiidt kümmt, dat de Weerth met Knechten un Miägeden jedder siine Diißen anleggt un uut den Spinnewocken de Eene drall, de Annre flaige Gaaren tocket.

Riekene Wichter hebb't glatte Wockenbliä'r; se singet achter'n Driibeen 'n lustig Leedken un spinnet nine Krallen. Is de End verluaren, sau werd he met'n Drauthaaken van frisken van der Spoolen uäwer de Flucht düür de Büssen tuagen. Sind de Spoolen vull, dann weeret se af e haspelt. Elk Biind ('n Biind heft mehr of minner füftig Haspelfiäme) werd met'r Fissen af e delt un alleine buunen, bes dat ganze Stücke fisset is. 'n Stücke Gaaren heft gemeen hen veeruntwintig bes dartig Biind. Dat Gaaren werd erst e kuacket, büüket un bleeket, bes't witt is. Van der Gaaremwiine of'n Kröönken kümmt't up de Spillen. De't up'n Schiirraamen schiiren will, mot't Liäsen verstaunen; De't up't Stell kriigen schall, mot, wann se Läwwentlinnen[C] wuörken lauten willt, 'n Reelkamm, 'n Hiiwelt un'n Kamm van fiif un twintig Gingen, 'n Paar Gaarenscheen un Driömelsk satt hebben, dat he't Gaaren wier andriömeln kann, wann't ritt, wat sick lichtfärrig gebüüret, wann me de leigen Jungens 'r nich vor möötet, dat se de Wichter in'n Wuörkestelle tiepket un tierget. De Inschlag werd up'n Spoolraae up Spoolen wuunen, dat de Schattspoole in'n Gange blift. Wo mehr Ginge settet weeret, wo breer dat Wierk werd. Bi'n Wuörkestelle mot auck 'n Becken met Schmittebrii un Schmittebösten staunen, daar de Wuörkerske dat Wierk met schmittet, dat de Kamm bieter glitt, dat Gaaren nich to viele ritt un Schiersel un Inschlag sick bieter packet un bi eene hält. Wann de Wuörkerske de Speerrooen versettet, nimmt se't Gnittelbeen un glättet de Buawensiit un de Kanten, dat de Kantläcker sick tosettet. Is dat Gaaren schier flässen, de Egge goot, un dichte un iewen wuörket, sau gell't de Stock al'n Jöösken (ehemals 5¼ Pfennig) mehr. De wat spinnet Maltgaaren[D] de wat maaket Lewwende un verkaupet se up'r Legge, daar't leider Gattes hüütiges Daages man nich viele Pennige mehr gift... Man de dat nich will, of nich näudig heft, de hechtet dat Linnen, büüket, wacket un bleeket't un wann't an'tleste ree is, leggt de Moor't in't Schreen un lätt't liggen bes se't van doonen heft sick Schliitelwierk, dat is Hiemde, Beddelaakens of Sökes, wat de Huushällunge behoeft'r van to tüügen, of bes de Dächters frigget un de Kistenfüllunge 'r 'n Schliete in maaket.

[A] Dies ist unrichtig; denn der »Knuttenkranz« ist nicht das Instrument, womit die Fruchtknoten des Flachses »de Knutten« ausgedroschen werden, sondern ein kranzförmiges Geflecht aus den Stengelchen, die beim Reepen des Flachses an den Knoten sitzen bleiben.

[B] Der Wocken schlichtweg, ist der Spinnrocken; die zum Braaken abgetheilten Flachsrissen werden dagegen in's Vierkant um den »Flasswocken« oder Staapelstool übereinander gelegt.

[C] Diese Benennung stammt ohne Zweifel aus dem Holländischen ab, nämlich von dem Worte: »loven« loben, preisen, rühmen; Waaren auf den Preis setzen. — »Hoe veel looft gij dat linnen?« Wie hoch haltet Ihr das Linnen? »Linnenlovery:« öffentliche Linnenverkaufsanstalt.

Da nun die Holländer vermuthlich die ersten Abnehmer und die Begründer unsers Leinwandhandels gewesen; so läßt es sich sehr wohl erklären, daß sie uns auch die obige Benennung zugebracht haben, bey der es später verblieben ist.

Die Annahme, das Löwend-Linnen habe von der ursprünglichen Bezeichnung mit einem Löwen seine Benennung erhalten, ist eine Fabel.

[D] von Malter: ein Dutzend oder 12 Stück. Das Maltgarn wurde gewöhnlich bei 12 Stücken verhandelt.