[B] Durch den vorstehenden, vor dem Abdrucke uns mitgetheilten, sehr lesenswerthen Auszug, fühlen wir uns — nachdem wir zugleich von vorn herein erklären, kein kopfhängerischer Freudenstörer und Feind des Frohsinnes zu sein, vielmehr dem, durch die vielfältigen Trübsale und Zerwürfnisse unserer Tage gebeugten Volke gern vergönnen, mit den Fröhlichen froh zu sein, insofern ihr Frohsinn sich nur in den rechten Schranken hält, — veranlaßt, einer uns mehrfältig aufgefallenen Unstatthaftigkeit zu erwähnen, die uns der Abhülfe wohl bedürftig erscheint.
Es ist dies nämlich das häufige und wie es scheint immer mehr zunehmende Umhertreiben von Knaben und Mädchen, die oft wohl noch der Kleinkinderschule angehören möchten, auf Jahrmärkten und Kirchmessen, welche dem Volke allerlei obscöne Lieder vorplärren und dieselben hinterher wohl gar auch noch gedruckt zum Verkaufe ausbieten. Namentlich hat ein dahin gehörendes Schandlied, das, soviel wir meinen, so anfängt: »Use Knächt het et sägt« etc. seit Kurzem eine solche Verbreitung im Volke gefunden, daß man kaum eine kleine Strecke Weges zurücklegen kann, ohne beständig, selbst von Schul- und noch jüngern Kindern, die hinter den Kühen und Gänsen laufen, diesen ekelhaften Gesang, dem gleichwol eine nicht schlecht tönende, zu einem besseren Volksliede wohl zu verwenden gewesene Weise gewidmet ist, anhören zu müssen.
Die Verbreitung solcher Lieder kann offenbar nur höchst sittenverderbend und gefährlich auf junge Gemüther einwirken. —
Möchten daher die Behörden, die ja sonst bemüht sind, gute Zucht und Sitten nach allen Richtungen hin zu befördern und aufrecht zu erhalten, ein schärferes Augenmerk auf solche Unschicklichkeiten richten und namentlich dem herumziehenden Gesindel, ganz insbesondere aber den vielen kleinen Kindern, das Betteln und Gelderpressen mittelst dergleichen, gegen alle Gesittung anstoßenden Lieder streng verbieten und ihnen statt dessen ihren rechten und bessern Platz in den Schulen anweisen lassen wollen.
(Aus der Mittheilung eines Freundes.)
Wörter die beim Flachsbau, Spinnen und Weben vorkommen.
Aus dem Anhange zu dem Idioticon osnabrugense des Rectors Strodtmann.
Wenn de Buur syn Land wennegraven heft; so harked he't mit der Harken. Is dat Lyn loopen, un is nich twylöpsk, of al to fuhl; so gevet sick de Weers ant Ween, dat et juchet: to malen, wenn't nich grovstakerig is. He lett et luken un föhret de Knott-Bünne na Huus. Dann geiht et ant Reepen up der Knotten Delle, oer up den Balken un dasket se mit den Knotten-Krans[A]. Dann swinget he't, dat dat Knotten-Kaf vam Lyne geiht. Darna binnet he't in Water-Boten, bringt et in de Reute-Kuhlen, dyket et in, un lett et reuten. Dann kümt et in de Spree, bet et Knaken dröge is. War se nyne Bokemöllen hebbet, dar werd et met der Treuten boked. Darup weret de Ryßen int veerkantige üm den Wocken legt, un et geiht an't Braken; de Brak-Flegel geiht so lange, bet dat Böcksel full is.
Na der Hand kumt dat Schwingen up dem Schwingelblock, dat Schläbraken, dat Ribben, dat Hekkeln. De Hee werd uppeheget tom Spinnen, un de Leege tom Schüren; man de Schäve werd up den Fahld e smeten. De Möhme maked de Ryßens in Dyßen, un legt se weg, bet dat de Tyd kümt, dat de Wehrt mit Knechten un Mägden, jedder syne Dyßen anlegd un tokked ut den Spinne-Wokken, de eene drall, de anner fläge Garen. Gladde Wichters hebbet gladde Wokken-Bläer, un spinnet niene Krallen. Is de End verlahren, so werd he van frisken van der Spole över de Flucht dür de Büßen tagen. Elk' Bind werd mit der Fißen alleene bunnen, bet dat ganße Stücke fißet is. Dat Gaaren werd e kaket unne büket. Van der Garwinne kumt't up de Spillen. De et schyren schall, mot dat Läsen verstahn; de't up't Stell krygen will, mot en Kamm van teinen, van ölven of van twölven un mehren hebben, un en Hyvelt un en Drömmel, dat he't andrömmeln kan. Up den Spool-Rae werd de Inslag up Spolen wunnen, dat de Schöttspole in den Gange blyvt. Destomehr Gink settet weret, desto bredder werd dat Werk. Is dat Garen schyr Fleßen, de Egge goot un dichte un even wörket; so gelt de Stock all en Jöhstken mehr. De wat spinnet Maltgaren, de wat maket Lewwend, un verkopet se. Man de dat nich nödig heft, de hechtet dat Linnen, bleket, büket un wacket et, un wenn et ree is, so leggt de Moor et in't Schreen, det se't nödig heft, sick Hemde un so wat darvan to tügen.