mit besonderer Rücksicht auf Sprichwörter und eigenthümliche Redensarten des Landvolks in Westphalen,
mache ich hierdurch die ergebenste Anzeige, daß obiges Werkchen nunmehr in den nächsten vierzehn Tagen ausgegeben und den Subscribenten, die nicht etwa vorziehen mögten, die gütigst verlangten Exemplare bei mir abfordern zu lassen, zugesandt werden wird.
Der vielseitige Beifall, den mein Streben während der Bearbeitung des Werkchens erfuhr, — welches zu meiner Freude bereits verschiedentlich günstig beurtheilt und von einem vollgültigen, gelehrten Kenner der westphälischen Mundarten ganz neuerlich mit dem Ausspruche belobt wurde, daß es eben so verdienstlich als ausgezeichnet in seiner Art sei und sich gewiß ein zahlreiches Publikum gewinnen werde, indem es rücksichtlich der darin vorkommenden großen Anzahl eigenthümlicher Redensarten und Sprichwörter, deren abgesonderte Erklärung eine wünschenswerthe Zugabe ausmachen würde, eine seitherige Lücke ergänze und namentlich auch dazu geeignet erscheine, der heranwachsenden Jugend, welche die plattdeutsche Sprache aus leicht zu erkennenden Gründen nicht so ganz vernachlässigen sollte, in die Hände gegeben zu werden —, war ein Sporn für mich, dasselbe mit aller Sorgfalt fast gänzlich umzuarbeiten. Um aber auch zugleich den Ermunterungen und Aufforderungen zu weiterer Ausdehnung des Werkchens möglichst zu entsprechen, ist keine Quelle unbeachtet geblieben, die irgend benutzt werden konnte, dasselbe, namentlich im Interesse der Sprach- und Idiotismenforscher, soviel als möglich zu vervollständigen.
Durch diese neue Überarbeitung wuchs das Buch, weiches anfänglich nur auf etwa fünf kleine Octavbogen berechnet war, bis zu 14 Bogen heran, die ich in zwei Abtheilungen zu liefern beabsichtigte, wovon ich unterdessen aus verschiedenen Gründen wieder abging und das Ganze jetzt in einem Bande größern Formats gebe.
Dies und die wiederholte genaue Revision vor dem Abdrucke, — dann ick woll nich geeren wat in de Welt uutdraawen lauten, dat nich in allen Deelen vor Mester un Gesellen un aparte vor de glubietsken Finnenkiikers bestaunen kiöne — wird es hoffentlich entschuldigen, daß der Lieferungstermin so lange hinausgeschoben werden mußte.
Daargiigen draf ick abers auck driisten de Versiekerunge giewen, dat ick'r all' miin Beste to an e settet hebbe, dat »düt Bööksken vor Jeddermann« den geneegeden Afniemer un Liäser na miinen Gissen sau wual gefallen schiöle, dat he'r siinen Friäe met hebben un'r mi nich vor anschnawwen weere, dat't 'n Paar Grössen mehr kostet, daar'r auck wual na mehr as dreemal sa viele vor inne steht, as ick an't Eerste uut e luawet harr.
Ick meene auck miiner Saaken wisse to sienen, wann ick mi inbelle, dat de geneegede Liäser 'r up wat Stiien wual es bi schmüüstern schiöle, as wann em Fierkenschnüütkes uut'n Suurkaule tolachet; — dann daar is't van Ende bes to'r Wende to in e siämet un vernegget — un wel is'r wual, de in uuser bekrutten Tiidt af un an nich wual es geeren van Harten lachen mogte! —
Mi ducht 'r seite auck wual sau bito 'n nett Kristkindkensgeschenk vor de lütken lebennigen Braudkuärwe inne, daar de Öllern se met an 'n Liäsedisk tocken kiönen, wann se eer to lange buutens Huuses of unner'n Fööten herümme ränkstert, daar se geeren inne herümme gliipen schiölen un sick de langen Winterauwende kortswiilig met verdriiwen un'r buawen batt auck wual 'n Bröcksken uut upschnappen kiönen, dat 'ne vorwahr siin Liewe nin Quaut doonen, uäwer kort of lank vellichte abers na wual es goot to Passe kuomen konn. —
Bei der Niederschreibung dieser ungeschminkten, von modernen Beimischungen freien Beiträge zur Kenntniß unserer so kernhaften westphälischen Muttersprache durfte ich das Motto nicht aus den Augen verlieren: »Platt is platt un mot platt bliiwen, süß is't nin Platt un Bispriöke gaaet in Holsken un niemet nin Blatt vor't Muul.« Darum trat ich ohne Bedenken grade heraus mit dem Volkstone wie er war und eben darum konnten auch die Skizzen, in denen ich die früheren Gewohnheiten und Sitten der Landleute darzustellen versucht habe, nur in entsprechenden, naturgetreuen Farben gehalten werden. —
Indem ich nun diese kleine Ährenlese auf jenem urkräftigen, erst wenig beackerten Sprachfelde meinen Landsleuten und allen Freunden der westphälischen Mundart zu gütiger Aufnahme bestens empfehle, bemerke ich nur noch, daß dieselbe, so wie bei mir, auch durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes zu beziehen ist.