Zur Anlage eines Batatenfeldes wird ein Stück Wald gelichtet, der Boden mit dem stumpfen Waldmesser gelockert, in diesen werden Knollen oder Ableger gepflanzt. Schon nach 3 bis 4 Monaten beginnt die Ernte und dauert ununterbrochen fort, da die auf dem Boden kriechende Pflanze Wurzeln schlägt und Knollen bildet. Nach 2 Jahren hat aber der Ertrag so abgenommen, dass man die alten Pflanzen ausreisst, um für neue, aus den Ausläufern entstandene Ableger Platz zu machen. Das Feld wird weder gewechselt oder mit andern Früchten bebaut, noch gedüngt. Ein Stück Land, 50 Brazas lang, 30 breit, genügt für den Unterhalt einer Familie. Nur in der nassen Jahreszeit versagt zuweilen diese Hülfsquelle, dann wird Gabi genossen, das auf trocknem und feuchtem Boden ziemlich gleich gut zu wachsen scheint, aber nicht so lohnend ist wie Bataten. Die jungen Schösslinge des Gabi werden in Entfernungen von einer Vara gepflanzt und dürfen, wenn man sie ausgiebig nutzen will, nicht vor einem Jahre ausgebeutet werden. Jede Familie mag wöchentlich ein oder zwei Wildschweine erlegen. Hirsche sind selten, doch erhielt ich ein schönes Geweih; ihr Fell wird nicht benutzt. Zur Jagd dienen Bogen mit Pfeilen und Lanzen (s. Zeichnung) theils giftfrei theils vergiftet. Jeder Rancho hält Hunde, die hauptsächlich von Bataten leben, auch Katzen um die Felder gegen Ratten zu schützen. Einiges Geflügel ist ebenfalls vorhanden, aber keine Kampfhähne, die in den Hütten der Indier fast nie fehlen. Hahnenkämpfe sind erst durch die Spanier in die Philippinen eingeführt worden; die Ysarogbewohner sind noch frei von dieser Leidenschaft.
Ihre geringen Bedürfnisse an Erzeugnissen einer fortgeschritteneren Zivilisation erlangen sie durch den Verkauf der freiwilligen Produkte ihrer Wälder, hauptsächlich Wachs und Harze: Pili[9], Apnik, Dagiangan (eine Art Copal) und etwas Abacá. Wachs, das wegen der Kirchenfeierlichkeiten sehr begehrt ist, wird mit ½ Dollar das Katti bezahlt; die Harze gelten durchschnittlich ½ Realen die Chinanta. Der Handel findet auf die Weise statt, dass ein Indier, der mit den Ygorroten im Verkehr steht, mit diesen einen Lieferungsvertrag schliesst; die Ygorroten sammeln die Produkte und bringen sie an einen bestimmten Ort, wo die Indier sie aufnehmen, nachdem sie den dafür bedungenen Preis niedergelegt haben.
Bogen und Pfeile der Ygorroten des Ysarog.
Die Pfeile (pănă) bestehn aus einem 1m bis 1m 8 langen Schaft (gahŏ) von Rohr und einer Spitze (buchi). Bei A, D, F ist die ganze Spitze von Caryotaholz, bei B, E nur die mit dem Schaft fest verbundene Basis, in welcher ziemlich lose eine Bambuslanze steckt. C hat drei Spitzen von Caryota, an jede derselben ist die mit scharfen Haken bewehrte, peitschenförmige Verlängerung eines Calamuswedels befestigt. G Bogen von Caryota, Sehne von Abacá, 3mm dick. Die Pfeile haben besondere Namen: A, bulóg, B, boló, C, Serápong, D, garaigai, E = B. Ausser den hier abgebildeten Waffen waren noch vorhanden Lanzen (Pica) mit (gekaufter) eiserner Spitze von 42cm, Gesammtlänge 2m 27, runde Schilde (Kalásag) von Holz, am Rande mit Rotang beflochten, 1m 7 Umfang und Waldmesser.
Aerzte, Zauberer oder Leute, denen geheime Kräfte zugetraut werden, kennt man nicht; jeder hilft sich selbst. Um über ihre religiösen Ansichten in’s Klare zu kommen, würde längerer Verkehr nöthig sein; sie glauben an einen Gott, oder sagen es wenigstens, wenn sie von Christen zudringlich befragt werden, auch haben sie dem Katholizismus manche äusserliche Gebräuche aufs Gerathewohl entlehnt, die sie wie Zauberformeln anwenden.
Ygorrote vom Ysarog
das Haar ist ein wenig gekräuselt.