[11] Tarsius spectrum Tem., in der Landessprache: Mago. [↑]

[12] Schon der alte Pater Camel führt an, dass das Thierchen angeblich nur von Kohlen lebe, dies sei indessen ein Irrthum, es frässe Ficus indica (worunter hier wohl Bananen zu verstehn) und andere Früchte. (Camel de quadruped. Philos. trans. 1706/7 London). — Auch über den Kaguang (s. S. 194) giebt Camel einen interessanten noch heut passenden Bericht. ibid. 2. S. 2197. [↑]

ZWANZIGSTES KAPITEL

REISEN IN SAMAR, FORTSETZUNG. — SÜDSEE-INSULANER DURCH STÜRME VERSCHLAGEN. — TODTENHÖHLEN UND LEICHENBESTATTUNG DER ALTEN BISAYER. — KROKODILE. — IGNAZBOHNE. — KOKOSÖL.

In Guíuan erhielt ich Besuch von Mikronesiern, die seit vierzehn Tagen beschäftigt waren, bei Sulángan auf der schmalen Landzunge SO. von Guiuan nach Perlmuscheln zu tauchen, und eigens zu dem Zweck die gefahrvolle Reise unternommen hatten.[1]

Sie waren aus Uleai (Uliai 7°20 N. 143°57 O. Gr.) in fünf Booten, jedes mit 9 Mann Besatzung ausgelaufen, jedes Boot enthielt 40 Kürbis voll Wasser, Kokosnüsse und Bataten. Jeder Mann bekam täglich eine Kokosnuss und zwei in der Asche der Kokosschalen gebackene Bataten. Sie fingen einige Fische unterwegs und sammelten Regenwasser auf. Bei Tage steuerten sie nach der Sonne, Nachts nach den Sternen. Ein Sturm zerstreute die Boote. Zwei derselben gingen sammt der Mannschaft vor den Augen der Uebrigen zu Grunde, nur eines, wahrscheinlich das einzige gerettete, erreichte zwei Wochen nach der Abfahrt Tandag an der Ostküste von Mindanao. In Tandag blieben die Leute zwei Wochen, verrichteten Feldarbeit für Tagelohn und fuhren dann nordwärts die Küste entlang nach Cántilang 8°25′ N., Banóuan (bei Coello irrthümlich Bancuan) 9°1′ N., Taganáan 9°25′ N., von da nach Surigáo an der Nordspitze von Mindanáo und dann mit Ostwind in zwei Tagen gerade aus nach Guíuan. In der deutschen Uebersetzung von Capt. Salmon’s Historie der orientalischen Inseln ... Altona 1733 heisst es Seite 63:

»Man hat neuerlicher Zeit noch etliche andere Inseln Ostwerts von den Philippinischen entdecket und selbigen den Namen der neuen Philippinischen beigeleget, weil sie in der Nachbarschaft der alten und bereits beschriebenen liegen. Der Pater Clan (Clain) giebet in einem Brief aus Manila, welcher den Philosophical transactions ist einverleibet worden, folgenden Bericht von denselben: Es trug sich zu, als er in der Stadt Guivam auf der Insel Samar war, dass er daselbst 29 Palaos (es waren 30, einer starb bald darauf in Guiuan) oder Einwohner von gewissen erst neulich entdeckten Inseln antraff, welche von den östlichen Winden, welche hier vom December bis an den Majum wehen, dahin waren verschlagen worden. Sie hatten 70 Tage lang nach ihrem Bericht vor dem Winde geseegelt, ohne einiges Land in’s Gesicht zu bekommen, bis sie vor Guivam angeländet waren. Als sie aus ihrem Vaterlande geseegelt, waren ihrer zwey Boote gestopft voll, und mit ihren Weibern und Kindern, in allen 35 Seelen gewesen: unterschiedliche aber waren von dem unter Weges erlittenen Ungemach crepiret. Als einer von Guivam zu ihnen an Bord kommen wolte, wurden sie in eine solche Angst gesetzet, dass alle Kerls, die in dem einen Fahrzeug waren, mit ihren Weibern und Kindern über Bord sprungen. Wiewohl sie doch zuletzt am besten zu seyn befunden in den Hafen einzulaufen, so dass sie den 28. Decembris 1696 ans Land kamen. Sie assen Cocusnüsse und Wurzeln; welche ihnen mildiglich zugetragen, und geschenckt wurden: aber den gekochten Reis, die allgemeine Speise der asiatischen Völcker, wollen sie gar nicht einmal kosten. Zwo Weiber welche vormals aus denselben Inseln dahin verschlagen waren, dieneten ihnen zu Dollmetscherinnen ....

... Die Leute des Landes gehen halb nacket und die Männer schildern (malen) ihre Leiber mit Flecken und machen allerhand Figuren darauf ... So lange sie auf der See waren, lebten sie von Fischen welche sie in einer gewissen Art von Fischkörben fiengen, die einen weiten Mund hatten, unten aber spitz zuliefen und hinter ihren Booten hergeschleppt wurden. Das Regenwasser so sie etwa auffingen (oder wie in dem Brief selber stehet, in den Schalen der Cocusnüsse aufhuben) diente ihnen zum Getränk. Als sie vor den Pater sollten gebracht werden, welchen sie wegen der Hochachtung, die man ihm erwiess, für den Gouverneur hielten, färbeten sie ihren Leib ganz gelb, welches sie für den grössten Staat halten in welchem sie für ansehnlichen Leuten erscheinen können. Im Tauchen sind sie sehr erfahren und finden unterweilen Perln in den Muscheln, die sie herauf bringen, welche sie aber als unnütze Dinge wegwerfen.«

Eine der wichtigsten Stellen in Pater Clains Brief hat Capt. Salmon ausgelassen: »Der älteste dieser Fremdlinge war schon einmal an die Küste der Provinz Caragan auf einer unserer Inseln (Mindanao) geworfen worden, da er aber nur Ungläubige gefunden hatte, die in den Bergen und auf dem öden Strande wohnen, war er in sein Vaterland zurückgekehrt.«