Nach Sainz de Baranda tritt Serpentin auf in Mindanao bei Camahat, Provinz Caraga und bei Pigtao, Provinz Misamis. Am Westende bei la Caldera (NW. von Zamboanga) sah Dana Geschiebe von Hornblende und Talkschiefer, auf der Insel Lubang (SW. von Manila) Talk- und Chloritschiefer, die nach der Insel Mindoro fortsetzen und dort in Serpentin übergehen. In S. José, Westküste von Panay, sah Dana Geschiebe von Talkschiefer und Quarz. Nach Meyen (l. c. 245) ist Talkschiefer auf Cebu besonders häufig.

Nach ihrer Zertrümmerung und Verwitterung gaben die krystallinischen Schiefer das Material zu sedimentären Absätzen, welche, mehr oder minder sandig und thonig, und petrographisch zwischen Thonlagern und Sandsteinen schwankend, die Mineralien der ursprünglichen Gesteine, zunächst Quarz, Feldspath, Glimmer, Magneteisen erkennen lassen.

Die Angaben über das Vorkommen älterer Eruptivgesteine auf den Philippinen erscheinen wenig genau. In Nordluzon wird Granit und Porphyr angegeben. In Pual (Sual der Karte, 16° 10′ N. B. am Golf von Lingayen) wechsellagern nach Callery[35] Euphotid, Serpentin und Petrosilex. Itier[36] fand bei Angat (Provinz Bulacan) Geschiebe von Diorit, Mandelsteinen, Spiliten, Epidot und Porphyren.

Unter den Sedimenten treten neben Kalken Sandsteine und Thonschichten hervor, deren Ursprung, wie erwähnt, z. Th. auf krystallinische Schiefer, z. Th. auf vulkanische Tuffe zurückzuführen ist. Die von Semper beobachtete schnelle Umwandlung der gehobenen, weithin sich erstreckenden Korallenbänke in sehr harten, dichten Korallenkalk lehrt, dass die dichten spröden Kalke wenigstens nicht überall, wie von Richthofen annimmt, diese Umwandlung den »Trachyten« verdanken. In manchen der dichten Kalke lassen sich noch Spuren der Korallen auffinden, obwohl in Folge der Umwandlung die Erhaltung der organischen Reste in den Kalken eine sehr schlechte ist. Bei Binangonan (N. der Laguna de Bay) fand von Richthofen in den dort gebrochenen Kalken neben undeutlichen Austern zahlreiche Nummuliten[37]. Im Kalk von S. Mateo suchte Meyen vergeblich nach Versteinerungen. Zwischen beiden Punkten sah von Richthofen den Kalk zwischen Antipolo und Bosoboso einen allseitig schroff ansteigenden, zerklüfteten, oben verebneten Berg bilden. Wahrscheinlich bestehen aus demselben Kalke die schroffen Gipfel der Sierra de Zambales (NW. der Pampanga, NW. Manila). Callery (l. c.) sah 4 Lieues von Sual ein zwei Lieues breites Band von Grobkalk und Travertin horizontal auf dem Euphotid lagern. Er fand im Grobkalk die decapoden Kruster Portunus leucodon Desmarest und Noptacus Latreillei. Im Thal von Benguet und in der Provinz Batangas (Nordluzon), an der Nord- und Ostküste von Luzon, an der Ostküste von Camiguin (Babuyanes) fand Semper Korallenkalk.

An der Westseite der grossen Cordillere in Nordluzon sammelte Semper in etwa 800 Fuss Meereshöhe mitten im Lande mürbe Sandsteine mit marinen Muscheln (Conus sp.), im Oberlauf des Agno (Nordluzon) in etwa 400 Fuss Meereshöhe Korallen in einem porphyrischen Gestein, dessen Hauptbestandtheile granitische und trachytische Rollsteine waren[38]. An der Südspitze des westlichen Theils von Mindanao bei Zamboanga fand v. Richthofen in den Kalken Massen von Austernschalen. Daneben kommen dort unreine Sandsteine mit Pflanzenabdrücken, blaue Kalkmergel und dunkle weiche Schiefer vor. Auch an manchen anderen Punkten enthalten Thone und Sandsteine Blattabdrücke; die Sandsteine führen bisweilen Braunkohle: bei Mauban ist sie kiesig und kommt auch in der Gegend von Aringay nach D. José de Santos (Citat bei Semper) vor. Auch in Caramuan soll Kohle sich finden. In Samar wurde bei Loquilocun angeschwemmte Braunkohle gefunden; auf Cebu findet sich im Gebiet von Naga im Gebirge Alpaco (Revista minera 1863. 17. 244) Braunkohle; ebenso nach von Richthofen auf Mindanao östlich von Zamboanga im Seno de Sibugey, nach Sainz de Baranda auf der Insel Siargao (Nordostende von Mindanao). Die Sedimente sind also nur z. Th. marinen Ursprungs. Als Vergleich für die Sedimente möchte die durch von Hochstetter (Novara-Reise. Geol. Theil. Bd. II.) aufgestellte Gliederung in Java heranzuziehen sein.

Von den auf den Philippinen vorkommenden Erzen gehören die Eisenerze den krystallinischen Schiefern an: das Magneteisen am Fuss der Sierra de Bacacay (S. von Paracali) und die Eisenerze in der Nähe von Angat-Kupang, Provinz Bulacan. Ueber das reiche Vorkommen von Kupfererzen in Nordluzon ist nichts Genaueres bekannt. Sehr beträchtliche Lagerstätten von Kupfererzen liegen dort bei Mancayan im Distrikt Lepanto zwischen Cagayan und Ylocos. Nach Zerrenner (Berg- und Hüttenm. Zeit. 28. 105 und 113. 1869) kommt dort auf Quarzgängen in Trachytporphyr Kupferkies mit Enargit vor. In Spanischen Schriften wird das Gestein als Trapp bezeichnet. Auf der Insel Lubang (SW. von Manila) enthalten nach Dana die Talk- und Chloritschiefer Kupferkies. Quarzgänge, die in den krystallinischen Schiefern, zumeist in Talkschiefer und Serpentin auftreten, führen neben Schwefelkies, Bleiglanz und Kupferkies gediegen Gold und Chrombleispath. So wenigstens ist das Vorkommen bei Mambulao und Paracali (Provinz Camarines norte, Luzon). Das Vorkommen entspricht also ganz dem uralischen von Beresowsk.

Goldhaltige Sande, reich an Magneteisen, aus krystallinischen Schiefern werden an vielen Orten gewaschen. Nach Sainz de Baranda[39] kommt Gold ausser auf Luzon auch in Mindanao, Sibuyan, Panay, Dinagat vor; Quecksilber angeblich in Leyte; Kupfer (cobre nativo en polvo finisimo y pirita de cobre) auf Mindanao. Er giebt ferner schöne Krystalle von Rutil auf der Insel Bigat an, wohl ein Beweis für das Vorkommen krystallinischer Schiefer.

Nach dieser allgemeinen Uebersicht ist in dem Folgenden die specielle Beschreibung der von Herrn Dr. Jagor gesammelten Gesteine gegeben.

I. Luzon.

Provinz Bulacan.