Nach den in der Visita Colasi im Bach Colasi gesammelten Geschieben besteht der grosse Berg Colasi (nicht der kleine Pic von Colasi) aus Amphibolandesiten. In grauer, feinkörniger, fast dichter Grundmasse liegen neben triklinen Feldspathen grosse, braune, sparsame Hornblenden und etwas Magneteisen. Die Gesteine sind sehr wenig frisch, stärker verwitterte nehmen einen röthlichen Schein an. Aus denselben Gesteinen besteht der Hügel, welcher die südlich, etwa auf dem Drittel des Weges nach Cabusáo gelegene Visita Barceloneta trägt. Sie gehören demnach mit den Gesteinen des NW. liegenden Labo in dieselbe Gruppe.
Die Grenze der an der Nordwestküste beobachteten krystallinischen Schiefer mit den Tuffen des südlich weiter landeinwärts gelegenen Vulkanes Labo wird etwa zwischen Indan und Labo zu suchen sein. Der Labofluss führt dort neben zertrümmerten krystallinischen Schiefern die Mineralien des vulkanischen Gesteins: glasigen triklinen Feldspath, Hornblende und kleine Geschiebe von Amphibolandesit. Im Fluss selbst stehen feste, rothbraune Tuffe an mit meist zersetzten, gebleichten Amphibolandesitstückchen, aber auch mit rundlichen Quarzgeschieben und einzelnen rundum auskrystallisirten Hornblenden. Der Tuff macht nicht den Eindruck eines umgelagerten, auf sekundärer Lagerstätte befindlichen Gesteins.
An dem zweiten Aestuar zwischen der Barre von Daët und Colasi, gleich hinter dem Rio Fungbo, treten Felsen an’s Meer, die bis dahin flache, mit zertrümmerten Muscheln bedeckte Küste steigt an. Es sind vulkanische, gelbgraue, lockere Tuffe gemengt mit Muscheltrümmern.
Geschiebe des Flusses Labo, in Pueblo Labo gesammelt, geben Auskunft über die Zusammensetzung des 1½ Tagereisen südlich liegenden Berges Labo.
Es sind zunächst Amphibolandesite. In weissgrauer, etwas bimsteinig aufgeblähter, den Ausscheidungen etwa das Gleichgewicht haltender Grundmasse liegen rundliche oder doch schlecht begrenzte glasige trikline Feldspäthe, deren Längsaxe bis 6 Millimeter erreicht, in etwas grösserer Menge als die etwas kleineren dunkelbraunen Hornblenden. Ausserdem sind einzelne grössere Blättchen tombakbrauner Glimmer vorhanden, Augit, Titanit und Olivin scheinen nicht aufzutreten. In einigen Handstücken tritt die Hornblende fast ganz zurück, die blaugraue dichte Grundmasse wird stark überwiegend und sieht z. Th. wie durch Fumarolenwirkung zersetzt aus. In noch anderen Handstücken liegen in gelbbrauner, schaumiger, reichlicher Grundmasse grössere, glasige, trikline Feldspäthe neben kleineren sparsamen braunen Hornblenden und einzelnen grossen tombakbraunen Glimmerblättchen, die z. Th. eine Veränderung der Farbe durch erhöhte Temperatur erlitten haben. Endlich finden sich vereinzelt ganz dichte, schwärzlichgraue Gesteine, in denen man mit der Loupe kaum noch die Gemengtheile unterscheiden kann. Vermöge der Uebergänge lassen sich diese Gesteine als dichte Amphibolandesite auffassen.
Das Vorkommen dichter weissgrauer, röthlicher und graublauer Quarzmassen mit einzelnen Quarzkörnern deutet hin auf Absatz heisser Kieselquellen.
Das ½ Legua SSW. vom Pueblo Labo im Bach am Hügel Dalas vorkommende Gestein ist durch die Verwitterung des darin reichlich vorhandenen Schwefelkieses ziemlich unkenntlich geworden. Man darf es wohl für Gneiss nehmen; für quarz- und feldspathhaltigen Hornblendeschiefer die ebenfalls durch verwitterte Schwefelkiese zersetzte, behufs der Goldgewinnung am Berge Dalas geförderten Gesteine. Der daselbst geförderte Sand enthält neben Schwefelkies nicht wenig Bleiglanz und Blende. Aus einer andern jetzt verlassenen Grube Lugas wurde zum Zweck der Gold- und Bleigewinnung ein blaugrauer Thon gefördert, der neben Schwefelkies verwitterte Kupferkiese enthält. Festere Gesteinsstücke eben daher sind reich an Bleiglanz.
Provinz Camarines sur.
Die Umgebung des Vulkans Ysarog ist ausgezeichnet durch das Auftreten von Amphibolandesiten. Es sind hellfarbige, mit nur sehr wenig Grundmasse ausgebildete, feldspathreiche, etwas poröse Gesteine mit grösseren oder kleineren, ziemlich unregelmässig begrenzten, dunkelbraunen Hornblenden, etwas Magneteisen und wenig Olivin. An manchen Punkten wie z. B. an dem Hügel, auf dem die Kirche von Maguiring steht, findet sich neben der Hornblende sparsam grüner Augit vor. Die Uferwände des Flusses Goa am Fuss des Ysarog werden von sehr lockeren, bimsteinartig aufgeblähten, einzelne Augite führenden, röthlichgrauen Amphibolandesiten gebildet, die leicht zu einem röthlichweissen Sande zerfallen. Dieser Sand füllt die Zwischenräume zwischen den grösseren Gesteinsstücken aus; dasselbe Gestein kommt auch am Fuss des Ysarog bei Raï-Raï und Uacloy vor. Aus den sehr zersetzten, lockeren, porösen, gelblichen Gesteinen bei der Visita Uacloy tritt eine heisse Quelle hervor, welche eisenhaltigen, bräunlichweissen Kalksinter absetzt. Die Schluchten zwischen Maguiring und Raï-Raï, welche die hügelige Ebene zerschneiden, enthalten dieselben lockeren zersetzten Gesteine, die jedoch nicht das Ansehen von Tuffen haben. Aus dem Fluss von Uacloy liegen graue, feste, wenig poröse Amphibolandesite vor, welche neben brauner Hornblende etwas grünen Augit führen, deren Zersetzung oder Verwitterung jene lockeren Gesteinsmassen geliefert haben wird. Von der halben Höhe des Ysarog bis zum Gipfel herrscht dasselbe hellgrüne, schwach poröse Gestein, das neben brauner Hornblende untergeordnet grünen Augit und etwas Olivin erkennen lässt. Es erscheint nicht wahrscheinlich, wenn auch möglich, dass die Analyse der Feldspathe aus den Gesteinen des Ysarog neben dem herrschenden glasigen triklinen Feldspathe Sanidin nachweisen würde. Mit diesem Nachweis würde die Einordnung des Gesteins unter die Amphibolandesite fraglich werden und eine Näherung an die Trachyte gegeben sein.
Die gewaltige Bergmasse des Ysarog nimmt den ganzen Raum zwischen der Bai von S. Miguel und dem Meerbusen von Lagonoy in einer Breite von 18 Seemeilen ein oder hat nach v. Hochstetter den Isthmus erst gebildet, indem sie die Insel, welche einst die wahrscheinlich aus krystallinischen Schiefern bestehende Sierra di Caramuan[42] bildete, mit Südcamarines verband.