Der Hauptkörper der Insel Luzon erstreckt sich in wenig gegliederter Masse als längliches, 25 Meilen breites Viereck von 18° 40′ N. bis zur Bay von Manila (14° 30′ N.) und sendet dann einen durch grosse Seen und tiefe Buchten zerrissenen Ausläufer nach Osten, der westlich und östlich vom grossen Binnensee von Bay nur durch zwei schmale Bänder mit der Hauptmasse zusammenhängt. Manche Spuren rezenter Hebungen deuten an, dass beide Theile früher getrennt waren, zwei selbstständige Inseln bildeten. Das grosse, nach O. gerichtete Stück, fast so lang als das nördliche, wird in seiner Mitte, wo von SO. die tiefe Bucht von Ragay, von NW. die von Sogod einander entgegenstreben, in zwei fast gleiche Theile zerlegt, so dass man es betrachten kann, als aus zwei parallel streichenden Halbinseln bestehend, die an der eben erwähnten Stelle durch eine kaum 3 Meilen breite Landzunge zusammenhängen. Zwei kleine Flüsschen, die in geringer Entfernung von einander entspringen und in die entgegengesetzten Buchten münden, machen die Trennung fast vollständig und bilden zugleich die Grenze zwischen den Provinzen Tayabas im Westen und Camarines im Osten. Die westliche dieser Halbinseln wird zum grossen Theil von der Provinz Tayabas eingenommen. Die grössere östliche zerfällt in die Provinzen Nord-Camarines, Süd-Camarines und Albay. Erstere ist durch die erwähnte Grenze von Tayábas, durch eine vom Südrande der Bucht von S. Miguél östl. zur Küste gezogene Linie von Süd-Camarines getrennt. Den Ostrand der Halbinsel bildet die Provinz Albay, von Süd-Camarines durch eine Linie geschieden, die von Donzól an der Südküste, nordwärts über den Vulkan Mayon, dann mit einem Bogen nach Westen zur Nordküste läuft. Ein Blick auf die Karte wird diese Verhältnisse klar machen.
In den Philippinen sind zwei Jahreszeiten zu unterscheiden: eine trockene, eine nasse. Den, den Süd- und -Westwinden offen liegenden Gebieten bringt der SW.-Monsun in unseren Sommermonaten die Regenzeit. An den Nord- und -Ostküsten fallen die reichlichsten Niederschläge in unseren Wintermonaten, während des NO.-Monsuns. Durch die Zerrissenheit des Landes und die hohen Berge werden diese allgemeinen Verhältnisse örtlich vielfach verändert. In Manila dauert die trockene Jahreszeit vom November bis Juni (NO.-Monsun), die Regenzeit während der übrigen Monate (SW.-Monsun). Am meisten regnet es im September; März und April sind häufig regenlos, Oktober bis einschliesslich Februar kühl und trocken (NW.-, N.-, NO.-Winde), März, April, Mai heiss und trocken (ONO. O. OSO.), Juni bis Ende September feucht und mässig warm.
Seit einigen Jahren ist in Manila ein meteorologisches Observatorium unter Leitung der Gesellschaft Jesu errichtet. Nachstehendes ist ein Auszug aus dem Jahresbericht für 1867 den ich Professor Dove’s Güte verdanke.[2]
Barometer: Der mittlere Stand der Quecksilbersäule betrug 1867: 755,5 Millimeter, (1865: 754,57 Millimeter, 1866: 753,37 Millimeter.)
1867: Der Unterschied zwischen den äussersten Barometerständen überstieg nicht 13,96 Millimeter, und wäre viel geringer, hätten nicht Stürme im Juli und September die Quecksilbersäule so sehr herabgedrückt; die stündlichen Schwankungen betragen nur wenige Millimeter. —
Täglicher Gang des Barometers: Es steigt in der Frühe bis gegen 9 Uhr, fällt dann bis 3 oder 4 Uhr Nm. und steigt dann wieder bis 9 Uhr Abends, von wo an es bis zum Morgen fällt. Die beiden Hauptströmungen der Atmosphäre üben grossen Einfluss auf den Gang des Barometers, die nördliche macht ihn steigen (Normalhöhe 756mm) die südliche fallen (Normalhöhe 753mm).
Temperatur. Die Wärme wächst von Januar bis Ende Mai, und nimmt dann ab bis zum Dezember. Jahresmittel: 27°.9 C. (0°.4 mehr als in den Vorjahren). — Die beobachtete höchste Temperatur betrug 37°.7 C. (15. April 3 Uhr Nm.) die niedrigste: 19°.4 (14. Dez. und 30. Jan. 6 Uhr Vm.) — Unterschied: 18°.3 C.
Grösse der Thermometerschwankungen: Januar 13°.9. — Februar 14°.2. — März 15°. — April 14°.6. — Mai 11°.1. — Juni 9°.9. — Juli 9°. — August 9°. — September 10°. — Oktober 11°.9. — November 11°.8. — Dezember 11°.7. Kühlste Monate: November, Dezember, Januar mit nördlichen Winden. — Wärmste Monate: April und Mai. Ihre hohe Temperatur veranlasst den Wechsel des Monsuns von NO. nach SW. Von Juni bis September kommt die Temperatur der normalen am nächsten, die Schwankungen sind dann am geringsten wegen der fast ununterbrochenen Niederschläge und trüben Luft. Täglicher Gang: am kühlsten ist es von 6 bis 7 Uhr Vm., die Wärme steigt langsam, erreicht ihr Maximum gegen 2 bis 3 Uhr Nm., und nimmt dann wieder ab. Während einiger Stunden der Nacht bleibt die Temperatur fast unverändert, gegen Morgen fällt sie schnell.
Die Richtung der Winde ist zu allen Jahreszeiten sehr regelmässig, wenn auch zuweilen lokale Ursachen sie etwas verändern; im Zeitraum eines Jahres durchlaufen sie die ganze Windrose. Im Januar und Februar herrschen Nordwinde, im März und April südöstliche Winde, im Mai, Juni, Juli, August, September südwestliche. Anfang Oktober schwanken sie zwischen Südost und Südwest, und befestigen sich gegen Ende des Monats in NO., wo sie während der beiden folgenden Monate ziemlich beständig bleiben. Die beiden Monsunwechsel finden immer im April oder Mai und im Oktober statt. Im Allgemeinen halten sich beide Monsune das Gleichgewicht, in Manila aber, weil es gegen Norden durch hohe Gebirge geschützt ist, wird der NO. Monsun oft nach SO. und NW. abgelenkt; aus demselben Grunde bläst der SW. dort auch stärker.
Der Himmel ist gewöhnlich theilweise bedeckt, völlig heitere Tage sind sehr selten; sie kommen nur von Januar bis April (NO. Monsun) vor.