[4] Journ. Ind. Arch. IV. 307. [↑]

[5] Im Buitenzorger Garten, Java, sah Verfasser einige in Süsswasser gezogene Exemplare. [↑]

[6] Boyle (Adventures among the Dayaks, S. 67) fand sogar pneumatische Feuerzeuge aus Bambus bei den Dayaks in Gebrauch, Bastian traf solche in Birma. Auch sah Boyle einen Dayak etwas Zunder auf einen Porzellanscherben legen, ihn mit dem Daumen fest halten und einen scharfen Schlag damit gegen ein Bambusrohr führen: der Zunder fing Feuer. Dieselbe Art Feuer zu schlagen beobachtete Wallace in Ternate. [↑]

FÜNFTES KAPITEL

GEOGRAPHISCHES. — METEOROLOGISCHES. — POLITISCHE EINTHEILUNG. — VOLKSMENGE. — SPRACHEN.

Die Umgebung Manila’s, der Pásig und der See von Bay, die jeder Fremde besucht, sind so oft beschrieben worden, dass ich mich auf einige kurze Aufzeichnungen über diese Gegenden beschränken und nur über meine Reisen in den südöstlichen Provinzen Luzóns, Camarines und Albay und den östlich davon liegenden Inseln Samar und Leyte ausführlicher berichten werde. Vorher dürfte es angemessen sein, durch Betrachtung der Karte sich einen Ueberblick der geographischen Verhältnisse zu verschaffen.

Der philippinische Archipel liegt zwischen Borneo und Formosa und trennt den nördlichen stillen Ozean von der China-See. Von den Sulu-Inseln im Süden bis zu den Babuyanes im Norden zieht er sich durch 14½ Breitengrade, von 5 bis 19½° N., und wenn man die Bashee-Inseln oder Batanes dazu rechnet, bis 21° N. Aber weder im Süden noch im Norden reicht die spanische Herrschaft in Wirklichkeit bis an diese äussersten Grenzen, so wie sie sich auch nicht überall bis in das Innere der grössern Inseln erstreckt. Von Ost nach West nehmen die Philippinen 9 Längengrade ein. Zwei Inseln, Luzon mit 2000, Mindanao mit mehr als 1500 □M. Flächenraum sind zusammen grösser als alle übrigen. Dann folgen der Grösse nach sieben Inseln: Paláwan, Sámar, Panáy, Mindoro, Leyte, Negros, Cebú, deren erstere 250, letztere etwa 100 □M. misst, Bojól, Masbáte, je halb so gross; 20 kleinere bemerkenswerthe Inseln und zahllose kleine Eilande, Felsen und Riffe.[1]

Der Philippinische Inselstaat ist ausserordentlich durch seine Lage und reiche Gliederung begünstigt. Seine Erstreckung von 5 bis 21° N., durch 16 Breitengrade gewährt ihm eine Mannichfaltigkeit des Klima’s, welcher sich die niederländisch-indischen Besitzungen, deren Hauptstreichen west-östlich ist, während sie nur wenige Breitengrade zu beiden Seiten des Aequators einnehmen, durchaus nicht in solchem Maasse erfreuen. Die durch die Richtung des Archipels gegebene Mannichfaltigkeit wird durch seine vertikale Gliederung vergrössert, so dass die Produkte der heissen und gemässigten Zone, die Palme und die Fichte, die Ananas, der Weizen und die Kartoffel dort gedeihen.

Die grösseren Inseln enthalten ausser tief in das Land eindringenden Buchten ausgedehnte Binnenseen und beträchtliche, auf weite Strecken schiffbare Flüsse; der Archipel ist reich an sicheren Häfen und unzähligen Zufluchtsorten für Schiffe; ein Umstand aber, der aus dem Anblick einer Karte nicht ersichtlich wird, und doch eine der glücklichsten Eigenschaften dieser Inseln ausmacht, ist die endlose Zahl kleiner Flüsse, die von den Bergen herabströmen und sich, bevor sie das Meer erreichen, zu breiten Aestuarien erweitern, in denen Küstenfahrer von geringem Tiefgang bis an den Fuss der Berge gelangen können um ihre Ladung einzunehmen. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist unübertrefflich, Salz- und Süsswasser wimmelt von Fischen und Schalthieren, im ganzen Archipel giebt es kaum ein reissendes Thier. Es scheinen nur zwei Viverren: Miro (Paradoxurus philippinensis Temm.) und Galong (Viverra tangalunga Gray) vorzukommen. Mehr noch als an Grösse überragt Luzon alle übrigen Inseln an Bedeutung, und wohl mag es, wie Crawfurd andeutet, durch Fruchtbarkeit und andre natürliche Vorzüge die schönste der gesammten Tropenwelt sein.