Jedenfalls ist die Thatsache, dass ein wildes, isolirt im Gebirge lebendes Volk in der Hüttenkunde soweit vorgeschritten sei, von so grossem Interesse, dass eine Beschreibung ihres Verfahrens nach Santos (im wesentlichen nur eine Wiederholung einer früheren von Hernandez, in der Revista minera I. 112.) gewiss willkommen sein wird.
Das gegenwärtig von der erwähnten Aktiengesellschaft, Sociedad minero-metalurgica cantabro-filipina de Mancayan, erworbene erzführende Gebiet war bei den Ygorroten in grössere oder kleinere Parzellen, je nach der Volkszahl der anliegenden Dorfschaften eingetheilt deren Grenzen eifersüchtig gehütet wurden. Das Besitzthum eines jeden Dorfes war wiederum unter bestimmte Familien vertheilt, weshalb jene Bergdistrikte noch heut den Anblick von Honigwaben darbieten. Zur Förderung des Erzes bedienten sie sich des Feuersetzens, indem sie an geeigneten Stellen Feuer anzündeten, um durch die Spannkraft des in den Spalten enthaltenen erhitzten Wassers, mit Zuhülfenahme eiserner Werkzeuge den Fels zu zerkleinern. Die erste Scheidung des Erzes wurde in dem Stollen selbst vorgenommen, das taube Gestein blieb liegen und höhete den Boden auf, so dass bei späterem Feuersetzen die Flamme der Holzstösse stets die Decke traf. Wegen der Beschaffenheit des Gesteines und der Unvollkommenheiten des Verfahrens fanden häufig sehr bedeutende Einstürze statt. Die Erze wurden in reiche und quarzhaltige geschieden, jene ohne weiteres verschmolzen, diese einer sehr starken und anhaltenden Röstung unterworfen, wobei nachdem sich ein Theil des Schwefels, Antimons und Arsen’s verflüchtigt, eine Art Destillation von Schwefelkupfer und Schwefeleisen stattfand, die sich als »Stein« oder in Kugeln an der Oberfläche des Quarzes festsetzten und zum grössten Theil abgelöst werden konnten.[15]
Die Oefen oder Schmelzvorrichtungen bestanden aus einer runden Vertiefung in thonigem Boden und hatten 0m[P2: 0m] 30 Durchmesser bei 0m[P2: 0m] 15 Tiefe. Eine damit in Verbindung stehende 30° gegen die Vertiefung geneigte konische Röhre (Düse) von feuerfestem Gestein nahm zwei Bambusrohre auf, die in die unteren Enden zweier ausgehöhlten Fichtenstämme eingepasst waren, in denen sich zwei an ihrem Umfange mit trocknem Grase oder Federn bekleidete Scheiben abwechselnd auf und ab bewegten, und die für das Schmelzen erforderliche Luft zuführten.
Wenn die Ygorroten Schwarzkupfer oder gediegen Kupfer erblasen hatten, so beugten sie dem Verlust (durch Oxydation) vor, indem sie einen Tiegel aus gutem feuerfesten Thon in Gestalt eines Helmes aufsetzten, wodurch es ihnen leichter ward , das Metall in Formen zu giessen, die aus demselben Thone bestanden. Nachdem der Ofen hergerichtet, beschickten sie ihn mit 18 bis 20 Kg. reichen oder gerösteten Erzes, das nach Hernandez wiederholten Versuchen über 20% Kupfer enthielt, und verfuhren dabei ganz wissenschaftlich, indem sie das Erz stets an der Mündung der Düse also dem Luftzuge ausgesetzt, die Kohlen aber an den Wänden des Ofens aufgaben, die aus losen zur Höhe von 0m50 übereinander geschichteten Steinen bestanden. Nachdem das Feuer angezündet und das beschriebene Gebläse in Gang gesetzt war, entwickelten sich dichte gelbe, weisse und oraniengelbe von der theilweisen Verflüchtigung des Schwefels Arsens und Antimons herrührende Rauchwolken, bis nach Verlauf einer Stunde, sobald sich nur durchsichtige schweflige Säure bildete, und die Hitze den höchsten, bei diesem Verfahren möglichen Grad erreicht hatte, das Blasen eingestellt und das Produkt herausgenommen wurde. Dies bestand aus einer Schlacke oder vielmehr aus den eingetragenen Erzstücken selbst, die wegen des Kieselgehaltes des Ganggesteines sich bei der Zersetzung des Schwefelmetalls in eine poröse Masse verwandelten (und sich nicht verschlacken und kieselsaure Verbindungen eingehn konnten, weil es sowohl an Basen als an der erforderlichen Hitze gebrach); ferner aus einem sehr unreinen »Stein« von 4 bis 5 Kg. Gewicht und etwa 50 bis 60% Kupfergehalt.
Mehrere solcher »Steine« wurden zusammen 12 bis 15 Stunden lang in starkem Feuer niedergeschmolzen und dadurch abermals ein grosser Theil der genannten drei flüchtigen Körper entfernt. In denselben Ofen stellten sie die schon geglühten »Steine« aufrecht, und zwar ebenfalls so, dass sie sich im Kontakt mit der Luft, die Kohlen dagegen an den Wänden des Ofens befanden, und erhielten, nachdem sie eine ganze oder halbe Stunde geblasen, als Schlacken ein Silikat von Eisen mit Antimon und Spuren von Arsen, einen »Stein« von 70 bis 75% Kupfergehalt, den sie in sehr dünnen Scheiben abhoben (Konzentrationsstein) indem sie die Abkühlungsflächen benutzten. Im Boden der Vertiefung blieb, jenachdem die Masse mehr oder weniger entschwefelt war, eine grössere oder geringere Menge (stets aber unreines) Schwarzkupfer zurück.
Die durch diesen zweiten Prozess gewonnenen Konzentrationssteine wurden abermals geglüht, indem man sie durch Holzschichten trennte, damit sie nicht an einander schmelzen konnten bevor sie das Feuer von den Unreinigkeiten befreit hatte.
Das bei der zweiten Beschickung erhaltene Schwarzkupfer und die bei eben dieser Operation niedergeschmolzenen Steine wurden in demselben (durch Bruchsteine verengten und mit einem Schmelztiegel versehenen) Ofen einer dritten Operation unterworfen, die eine Schlacke von kieselsaurem Eisen und ein Schwarzkupfer erzeugte, das in Thonformen ausgegossen wurde und in dieser Gestalt in den Handel kam. Dieses Schwarzkupfer enthielt 92 bis 94% Kupfer und war verunreinigt mit einer, durch ihre gelbe Farbe gekennzeichneten Kohlenstoffverbindung desselben Metalles, und das durch langsame Abkühlung an der Oberfläche entstandene Oxyd, das sich stets bildete trotz der angewandten Vorsichtsmaasregel, die der Oxydation ausgesetzte Oberfläche mit grünen Zweigen zu peitschen. Wenn das Kupfer zur Anfertigung von Kesseln, Pfeifen und anderem häuslichen Geräth oder Schmuck dienen sollte, die von den Ygorroten mit so grosser Geschicklichkeit und Geduld ausgeführt werden, so wurde es dem Läuterungsprozess unterworfen, der sich nur dadurch von dem vorhergehenden unterschied, dass man die Kohlenmenge verringerte und den Luftstrom vermehrte, in dem Maasse als der Schmelzprozess sich seinem Ende näherte, was die Fortschaffung der Kohlenstoffverbindung durch Oxydation zur Folge hatte. Durch wiederholte Versuche fand Santos, dass selbst bei Erzen von 20% mittlerem Gehalt nur 8 bis 10% Schwarzkupfer aus der dritten Operation erzielt wurden, so dass also in den Schlacken oder porösen Quarzen der ersten Operation 8 bis 12% zurückblieben.
Es war schwierig zur Rückreise nach Paracáli die nöthigen Transportmittel für mein Gepäck zu erlangen, da die Wege durch anhaltende Regen so aufgeweicht waren, dass Niemand sein Vieh hergeben mochte. In Mambuláo ist der Einfluss der westlich angrenzenden Provinz schon sehr wahrnehmbar: Tagalisch wird fast besser als Bicol verstanden; unter der Bevölkerung macht sich das tagalische Element durch hübsche Frauen geltend, die mit ihrer Familie von Lucban und Mauban hierherkommen um Handel zu treiben. Sie kaufen das Gold auf und führen dagegen Stoffe und andre Waaren ein. Das gewonnene Gold ist in der Regel 15 bis 16 karätig; der Strich entscheidet über den Feingehalt. Die Händler zahlen durchschnittlich für die Unze 11 Dollar, wenn es aber wie gewöhnlich, in geringeren Mengen als eine Unze feilgeboten wird, nur 10 Dollar[16]; sie wägen mit kleinen römischen Wagen und stehn nicht im Ruf grosser Rechtlichkeit.
Nord-Camarínes ist spärlich bewohnt, in den Bergbaudistrikten hat die Bevölkerung abgenommen, seitdem die vielen durch Aktienschwindel künstlich in’s Leben gerufenen Unternehmungen zu Grunde gegangen. Die Goldwäscher sind meist liederlich und verschuldet, sie hoffen fortwährend auf reiche Funde, die nur äusserst selten vorkommen und dann gewöhnlich gleich verprasst werden, daher findet man auch Champagner und andre Luxusgegenstände in den Läden der sehr ärmlichen Dörfer.
Malagúit und Matángo sollen in der trocknen Jahreszeit durch einen ziemlich guten Weg verbunden sein, jetzt trennte eine Schlammpfütze, in welcher die Pferde bis zum Bauch einsanken, beide Ortschaften.