¼ Legua NNO. stösst man auf die Ruinen einer andern Aktienunternehmung, der Ancla de Oro. Schacht und Stollen waren eingefallen und dicht bewachsen; von den beträchtlichen Gebäuden standen nur noch wenige dem Einsturz nahe Reste. Ringsum waren Indier beschäftigt auf ihre Weise einige Goldkörnchen zusammen zu lesen. Das bis zur Unkenntlichkeit verwitterte Gestein ist Gneiss, einige tausend Schritt jenseits steht solcher deutlich krystallinisch an.

½ Legua N. b. O. von Mambulao liegt der Bleiberg Diniánan. Auch hier waren alle Werke eingestürzt, zugeschlämmt, bewachsen. Erst nach langem Suchen wurden wenige Bruchstücke mit Spuren von Rothbleierz aufgefunden. Dieser Berg besteht aus Hornblendegestein, an einer Stelle sehr schöner grosskrystallinischer Hornblendeschiefer.

1½ Legua S. von Mambulao deutet eine flache Bodenvertiefung im dichten Walde die Stelle einer ehemaligen Kupfergrube an, die 84′ tief gewesen sein soll. Kupfererze finden sich in Luzon an mehreren Orten. Proben gediegen vorkommenden Kupfers erhielt ich von der Bucht von Lúyang nördlich der Enseñada de Patág, in Caramúan.

Sehr beträchtliche Lagerstätten von Kupfererzen kommen bei Mancayán, im Distrikt Lepanto, im Zentralgebirge von Luzon zwischen Cagayán und Ilócos vor und werden seit Mitte der 50er Jahre von einer Aktiengesellschaft in Manila ausgebeutet. Das Unternehmen scheint indessen bis jetzt ziemlich erfolglos. 1867 hatte die Gesellschaft ein beträchtliches Anlagekapital verausgabt, Schmelzöfen und hydraulische Betriebsmaschinen errichtet, es war ihr aber bis ganz vor Kurzem wegen der örtlichen Schwierigkeiten, namentlich des Strassenmangels, nicht gelungen Kupfer darzustellen.[13]

1869 hörte ich in London, der Betrieb sei ganz aufgegeben worden; nach den neuesten Nachrichten geht er zwar fort, die Aktionäre haben aber nie eine Dividende in unserem Sinne erhalten, auch der Abschluss von 1872 ergiebt wieder Verlust oder wie die schönredenden Spanier sagen, einen dividendo pasivo.

Was den Europäern bisher nicht gelungen zu sein scheint, haben indessen die wilden Ygorroten, die jenes unwegsame Gebirge bewohnen, schon seit Jahrhunderten mit Erfolg und in verhältnissmässig grosser Ausdehnung betrieben und dies ist um so bemerkenswerther als das Metall in jenem Gebiete fast nur in Form von Kiesen vorkommt, die auch in Europa nur durch umständliche Verfahren und nicht ohne Zuschlag verwerthet werden könnten.

Man schätzt das von 1840 bis 1855 durch die Ygorroten in den Handel gebrachte Kupfer, theils roh, theils verarbeitet, auf jährlich 300 Picos; auch die Ausdehnung der unterirdischen Erdarbeiten und die bedeutende Menge vorhandener Schlacken deuten auf einen lange bestehenden beträchtlichen Betrieb.

Höhe 17 Cm., Durchmesser oben 19 Cm., grösster Umfang 71 Cm.

Die Zeichnung stellt einen von jenen wilden Stämmen angefertigten kupfernen Kessel dar, der sich im Berliner ethnographischen Museum befindet. Meyen, der ihn mitgebracht, berichtet, dass er von den Negritos im Innern der Insel verfertigt sei, und zwar mit Hämmern von Porphyr, da ihnen das Eisen fehle, in der Sammlung des General-Kapitäns der Philippinen habe sich noch ein grosser flacher Kessel von 3½ Fuss Durchmesser befunden, der für nur 3 Dollar gekauft worden, woraus zu schliessen sei, dass das Kupfer im Innern der Insel in grossen Massen vorkommen müsse, vielleicht sogar gediegen, denn wie sollten jene ganz rohen ungebildeten Neger die Kunst das Kupfer zu schmelzen verstehn? Der Ort jener reichen Gruben war dem Guvernör noch unbekannt, obgleich die von dort kommenden kupfernen Geräthschaften nach einem amtlichen Berichte desselben Guvernörs (von 1833) schon seit zwei Jahrhunderten in Manila gebräuchlich waren. Jetzt weiss man, dass die Kupferschmiede nicht Negritos sondern Ygorroten sind und zweifelt nicht, dass sie diese Kunst und die viel schwierigere, metallisches Kupfer aus Kiesen darzustellen, wohl schon lange vor Ankunft der Spanier übten; wahrscheinlich haben sie dieselbe von den Chinesen oder Japanesen gelernt. Der Ober-Ingeniör Santos[14] und mit ihm viele Andere sind der Ansicht, dass jener Volksstamm von Chinesen oder Japanesen abstamme, von denen er nicht nur seine Gesichtszüge (mehrere Reisende erwähnen die schiefstehenden Augen der Ygorroten), seine Götzen und einige seiner Gebräuche, sondern auch die Kunst Kupfer zu bereiten herleite.