Da von der Stadt aus nach mehreren Richtungen Fahrwege ausgehen, Wagen in Fülle vorhanden, und schnelle Sampans für Spazierfahrten immer bereit stehen, kann man zu jeder Zeit angenehme Excursionen machen. Sehr interessant und für den Sammler ergiebig ist eine Fahrt nach Pulo brani, einer kleinen bei New harbour, N-O. von Blakang-mati belegenen Insel, wo ein bei niedriger Ebbe fast trockenes Korallenriff eine reiche Ernte von Korallen, Seeigeln, Ophiuren, Muscheln und Krebsen liefert. Unter jedem Block, den man aufhebt, ist Leben. In jedem Tümpel haben Actinien und verwandte Polypen ihre blumengleichen Tentakel entfaltet; in den grösseren Becken schwimmen Schwärme kleiner einen oder ein paar Zoll langer Fische, die in so prächtigen, intensiven, metallisch glänzenden Farben prangen, dass man sie die Kolibris des Meeres nennen könnte. Ich hatte oft mit einem Freunde versucht, die behenden Thierchen zu fangen, immer vergeblich, bis wir uns endlich entschlossen, es mit Toba zu versuchen. — Toba oder Tuba (Dalbergia sp. div.) ist ein im Jungle häufiger kletternder Strauch mit rothen Schmetterlingsblüthen. Wir hatten für unsern Versuch auf dem Riff einen ziemlich kreisrunden Raum von etwa 100 Fuss Durchmesser gewählt, der durch Zurücktreten des Wassers bei der Ebbe ein fast abgeschlossenes Becken, etwa 1/2 Fuss tief, bildete. Wurzel und Holz der Toba wurde zwischen Steinen zerklopft und an verschiedenen Stellen ins Wasser geworfen. Nach wenigen Minuten schwammen die Fische betäubt an der Oberfläche und liessen sich mit der Hand greifen; nach 1/4 Stunde krochen Aale und andre in Löchern verborgene Thiere hervor, nach 1/2 Stunde lagen fast alle todt auf dem Rücken. Die Wirkung des Gifts erstreckte sich weit über unser Wasserbecken hinaus. Ringsum waren Malayen beschäftigt, die betäubten Fische mit der Hand zu greifen.

Blakang-mati ist von Fiebern heimgesucht. Dr. Little schreibt sie, wohl ohne genügenden Grund, der Nähe der Korallenbank zu. Eine Bugisfamilie, die wir besuchten, schien sehr daran zu leiden. In ihrem praktischen, aus Erfahrungen hervorgegangenen Aberglauben meinen sie, dass ein böser Geist, der in den hohen Bäumen wohnt, sie hervorbringe. Daher wollten sie diese Bäume, die ihre Hütten umgeben und feucht und ungesund machen, umhauen.

Eine andere hübsche Excursion war nach dem 519' hohen sogenannten Zinnberg (bukit-tima), dem höchsten Punkt der Insel. Man kann bis an seinen Fuss im Wagen fahren, und wenn der Pony Lust hätte, bis auf den Gipfel, auf welchem einige hohe Damar-Bäume stehen, aus deren Stamm das geschätzte Harz reichlich ausquillt. Nach Versicherung eines französischen Missionärs sind an seinem Fuss Spuren von Zinn und auch von Gold gefunden worden, aber in zu geringer Menge, um zur Ausbeutung anzuregen.

Eine kleine Abtheilung Sträflinge war hier beschäftigt, Tigerfallen anzulegen und die Strasse von der seitlich eindringenden Vegetation zu säubern, ein Geschäft, das oftmals wiederholt werden muss, da der Wald sonst bald den ihm abgenommenen Boden wieder besetzt. Von der Dichtigkeit und Undurchdringlichkeit einer solchen Waldung geben die unsrigen keine Vorstellung. Zwischen den Hochstämmen, die sich meist astlos bis an das 60–80' hohe Laubdach erheben, zieht sich nach allen Richtungen ein so dichtes Gewirr von Unterholz, Schling- und Kletterpflanzen, dass es unmöglich ist, ohne Waldmesser einzudringen. Das grösste Hinderniss bilden die Calamusarten, Palmen, deren lange, dünne Stämme dicht mit Stacheln besetzt sind. Die Blätter, und namentlich deren peitschenförmig verlängerte Mittelrippe, tragen an der unteren Seite scharfe Widerhaken, vermittelst welcher sie sich überall festhängen, wo sie Halt finden, und so dem Stamm, der viel zu dünn und elastisch ist, um sich selbst zu tragen, die nöthige Stütze verschaffen. Einige Arten sollen über 1000 Fuss lang werden, nach Rumphius sogar bis 1800 Fuss;[18] sie ziehen sich wie Stricke nach allen Richtungen quer durch den Wald; auch werden sie ja, nachdem die Blätter und Stacheln entfernt sind, als Taue, und gespalten als Stricke, benutzt. Zu diesen kletternden Palmen gehört auch unser spanisches Rohr oder Stuhlrohr (Rotang der Malayen), es ist auf allen Inseln des Archipels sehr häufig und für manche ein wichtiger Ausfuhrartikel.

Aber auch wo eine kleine Lichtung oder ein schmaler Pfad erlaubt hätte, den Weg zu verlassen und tiefer in den Wald zu dringen, wurde ich durch die Sträflinge daran verhindert, weil überall an solchen Stellen Tigerfallen angelegt sind, tiefe Gruben mit Reisig und Erde so geschickt bedeckt, dass sie selbst den vorsichtigen Tiger zuweilen täuschen. (Am Tage vor meinem ersten Besuch waren in einer solchen Grube zwei Tiger lebend gefangen worden.) In den Boden derselben sind häufig spitze Pfähle eingerammt. Daher sind die Excursionen in diesem Walde, wenn man vom Wege abweicht, sowohl durch die Tiger selbst, als auch durch die Fallen in hohem Grade gefährlich. Meine Begleiter schienen allerdings nur die letzte Gefahr im Auge zu haben. An einen Ueberfall von Tigern dachten sie gar nicht, obgleich an mehreren Stellen frische Spuren zu sehen waren.

Die Tiger spielen in Singapore eine grosse Rolle. Nach dem Urtheil der ältesten Residenten und der am besten darüber unterrichteten Beamten werden auf dieser kleinen Insel, die nur ein Drittel grösser ist als die Insel Wight, jährlich 350–400 Menschen von Tigern zerrissen,[19] und dennoch fürchtet sich Niemand vor ihnen, die Chinesen auf den Gambirpflanzungen ausgenommen, die ausschliesslich als Opfer fallen. Ich werde später darauf zurückkommen. Alle Versuche, das Thier auszurotten, werden wohl fruchtlos bleiben, so lange nicht die ganze Insel von Strassen durchschnitten und gleichmässiger bewohnt ist. Für jedes gefangene oder getödtete Thier zahlt die Regierung 50 Dollars,[20] ebensoviel fügt ein Verein von Privaten hinzu, der die Insel gern von dieser Geissel befreien möchte. Aber trotz der hohen Prämie, und obgleich ein Theil der Sträflinge zum Anlegen von Fallen verwendet wird, scheint die Zahl der Tiger doch eher zu- als abzunehmen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass sie über die Meerenge schwimmen,[21] angelockt durch die bequeme, reichliche Beute. Denn während der ersten Jahre, nachdem die Engländer die Insel in Besitz genommen, befand sich kein Tiger auf derselben. In einem kleinen Aufsatz des damaligen Guvernörs John Crawfurd über den Ackerbau von Singapore, 1824, heisst es: „der Tiger und Elephant, die für den Ackerbau in Sumatra und auf der malayischen Halbinsel so verderblich sind, kommen in Singapore nicht vor.”

Es ist interessant, die wirklich vorhandene Gefahr mit der gänzlichen Verachtung derselben zu vergleichen, wie sie hier ganz allgemein verbreitet ist. Was für eine wilde Flucht würde in Europa unter den Spaziergängern stattfinden, wenn plötzlich in einem zoologischen Garten die Tiger aus ihren Käfigen ausbrächen, wie Wenige würden sich wohl in den Garten wagen, bevor die Thiere wieder eingefangen! Hier fahren aber die Damen mit ihren Kindern ohne allen Schutz und ohne alle Furcht in kleinen, offenen Ponywagen noch vor Tagesanbruch und nach der Dämmerung spazieren, während zu beiden Seiten der dichte Wald, in dem notorisch Tiger vorhanden sind, hart an die Strasse tritt. So fest ist die Ueberzeugung von der Feigheit und Menschenfurcht dieser Thiere eingewurzelt! Frisch angekommene Fremde sind die einzigen, die, wenn sie von ihrer ersten Excursion heimkehren, mitunter „nicht ganz sicher sind, aber kaum zweifeln, dass sie im Dickicht ein Paar grosse Augen sahen, wahrscheinlich von einem Tiger,” sie werden aber regelmässig dafür ausgelacht, weil Jedermann überzeugt ist, dass es nur ein Phantasiebild war.

Mehr als die Tiger fürchtet man die Termiten, rajap oder ani-ani, auch semut puti, weisse Ameisen genannt, obgleich sie den Menschen unmittelbar höchstens dann etwas belästigen, wenn die zur Paarungszeit geflügelten Männchen und Weibchen in dichten Schaaren, Wasserhosen vergleichbar, aus der Erde emporsteigen, in die Zimmer fliegen, nach kurzem Herumflattern ihre Flügel verlieren und sammt diesen zu Boden fallen. Sie kommen in solcher Menge und erscheinen gegen einen dunklen Hintergrund so weiss, dass ihre Schwärme an die grossflockigen Schneewetter warmer Wintertage erinnern. Nach dem Verlust ihrer Flügel laufen sie zwar nicht unbehende, jedoch nicht schnell genug, um sich ihren zahlreichen Feinden zu entziehen, denn Menschen (Eingeborene) und Thiere betrachten sie als grossen Leckerbissen. Wahrscheinlich geht nach diesem kurzen Ausflug der ganze Schwarm mit Ausnahme einiger befruchteten Weibchen zu Grunde, die als Stammmütter einer neuen Kolonie erzogen werden. Die Männchen kommen wohl alle um, da sie sich nicht selbst erhalten können und für ihre Erhaltung durch die andern kein Grund vorhanden ist; denn ein einmal befruchtetes Weibchen legt viele Millionen Eier[22] (Berlepsch schätzt die Anzahl Eier, die eine Bienenkönigin legen kann, auf 11/2 Millionen und Dr. Gerstaecker schliesst aus der Vergleichung der Ovarien, dass ein Termitenweibchen wenigstens 2 bis 3 mal so viel Eier legen könne). Sehr viel zahlreicher, als die erwähnten, sind die geschlechtslosen Termiten, die Arbeiter, die nie Flügel erhalten, sondern ihr ganzes Leben in einer Art von Larvenzustand verbleiben. Sie wissen sich so geschickt vor dem Menschen zu verbergen, dass sie ihm fast nie zu Gesicht kommen, wenn sie auch in seiner unmittelbaren Nähe beschäftigt sind, ihm Haus und Habe zu zerstören. In unterirdischen Gängen nähern sie sich den Häusern, führen dann aus an einandergereihten Erdkügelchen einen bedeckten Gang in die Höhe, der schnell verhärtet, da ihr Speichel wie Mörtel wirkt. Von diesem aus schreiten sie ungesehen in ununterbrochenen Zügen zum Angriff. Die fast fingerdicken Gänge sind leicht zu erkennen und zu beseitigen, werden aber gewöhnlich sehr geschickt an den dunkelsten Stellen des Hauses, in verborgenen Winkeln angelegt. Die Termiten vernichten alles Holzwerk, Teak und Kampferholz ausgenommen; eine Kiste von weichem Holz, von der Art, in welcher Flaschenweine Dutzendweis nach den Kolonien gesandt werden, kann in einer Nacht gänzlich zerstört werden, wenn sie im Freien unmittelbar auf dem feuchten Boden steht. Metall greifen sie nicht an; in früheren Zeiten, wo man in entfernten Kolonien nicht immer über gewissenhafte Beamte verfügen konnte, sollen sie zwar oft das in den Regierungskassen vorhandene Geld ohne Rückstand verzehrt haben. In den Häusern zerstören sie alle Möbel und Vorräthe, doch gehen sie nicht in Baumwolle und fürchten sich vor Reishülsen, deren scharfe Spitzen ihren weichen, nackten Körper wohl empfindlich verletzen würden. In allen Speichern werden deshalb fusshoch Reishülsen auf den Boden ausgeschüttet, bevor man Kaufmannsgüter darauf lagert, die Pfosten aller Betten, Schränke und schweren Möbel stehen in gusseisernen, mit Wasser oder Oel gefüllten flachen Schalen, zugleich zum Schutz gegen Ameisen, die zwar nicht das Holz, aber die Vorräthe fressen.

In dem Landhause eines Freundes hatten die Termiten einige mit Oelfarbe gestrichene hölzerne Pfeiler, die das Gebäude trugen, fast aufgezehrt, jedoch ohne die äussere Farbenschicht zu verletzen, so dass von dem angerichteten Schaden nichts bemerkt wurde, bis jemand, der mit seinem Stock gegen einen Pfeiler stossen wollte, diesen durchstiess. Durch die grosse Gefahr veranlasst, wandte man sich an einen Malayen, dessen Gewerbe das Aufsuchen und Vertreiben der Termiten war. Nach längerem, sorgfältigem Suchen bezeichnete er eine Stelle im feuchten Rasen, etwa 30 Schritt vom Hause entfernt als diejenige, unter welcher man das Nest finden würde. Für uns war nur eine kleine, kaum merkliche Erhöhung, auf welcher bei genauer Untersuchung einige kleine Larven erkannt wurden, wahrnehmbar; denn ungleich den meisten Arten, deren Baue oft mehrere Fuss hoch über die Erde ragen, baut die fragliche Art, die Hagen als T. gilvus beschrieben hat, unterirdisch, anscheinend ohne irgend welche Anzeichen an der Erdoberfläche, die auf das Vorhandensein des Nestes schliessen lassen. Der Boden, ein sandiger Lehm, wurde in einigen Zollen unter der Oberfläche fester und zeigte Spuren von Struktur; in etwa 1 Fuss Tiefe stiessen wir auf sehr unregelmässige, wabenartige, festere Erdmassen, bestehend aus vielfach gewundenen, einen Zoll hohen, eine Linie dicken Wänden von oolithartigem Gefüge. Die einige Linien weiten Zwischenräume, labyrinthische Gänge, sassen dicht voll kleiner, geschlechtsloser Termiten (Arbeiter). Die nach oben ziemlich lockeren Zwischenwände wurden nach unten zu fester. Unterhalb der eben beschriebenen Erdmassen mit aufrechten Wänden, die aber in ihrem unregelmässigen Aussehen mehr an Maeandrinen (Korallen) als an Waben erinnerten, lagen dünne, festere, flach gewölbte Erdkrusten von ähnlicher oolithischer Struktur, lose neben und über einander, oft an den Rändern einander überragend, anscheinend konzentrisch um einen Kern geordnet, durch mehrere Linien hohe fast horizontal verlaufende Zwischenräume getrennt, die ebenfalls voll Termiten steckten. Sie waren radial von engen, runden Quergängen durchbohrt, deren Mündungen von den sogenannten Soldaten mit dem von Reisenden oft geschilderten Heldenmuthe vertheidigt werden. Die Soldaten, die bei allen Termiten vorkommen, sind geschlechtslos, arbeiten nicht; ihnen liegt der Schutz des Staates gegen äussere Feinde und nach den Berichten mancher Reisenden auch die Polizei ob, indem sie die Arbeiter zur Arbeit antreiben. Sie tragen am Kopfe ausserordentlich starke, scharfe, zangenartige Kiefern, schnellen, sobald ihnen die Hand unvorsichtig nahe gebracht wird, voll Wuth aus ihrer Höhle und können, wie ich aus eigener Erfahrung weiss, mit einem Biss die gefaltete Cutis am Gelenk des gebogenen Zeigefingers durchschneiden, so dass die Wunde blutet. Der Kern des ganzen Baues bestand aus der Wohnkammer der Königin und hatte die Form eines Stückes Toilettenseife ohne Ecken, jedoch mit dem Unterschiede, dass sie bei etwa gleicher Dicke fast doppelt so lang und breit war. Sie bestand aus einer sehr festen Lehmmasse ohne wahrnehmbares Gefüge, von einem kleinen, trichterförmigen Loche durchbohrt, dem einzigen Zugang. Als ich die Kammer aufschnitt, zeigte sich im Innern ein hohler Raum, der, weil die Wände gleich dick waren, der äusseren Form genau entsprach. Er enthielt die Königin, ein garstiges, fingerdickes, fast zwei Zoll langes, walzenförmiges Thier, das den inneren Raum zum grossen Theil ausfüllte und von einer Anzahl kleiner Termiten umgeben war, wahrscheinlich ihrer Dienerschaft, denn sie ist unbeholfen bis zur Hülflosigkeit, eine wurstartig aufgeschwollene Masse, voll Eierstöcke. Der Name einer Königin ist ihr in Folge eines nicht stichhaltigen Vergleiches mit der Bienenkönigin gegeben worden, denn sie ist eher eine Gefangene, als eine Gebieterin. Ihre Zelle kann sie nie verlassen, sie ist völlig wehrlos, so dass sie sich keine Nebenbuhlerin abwehren kann; oft trifft man daher in ein und demselben Bau mehrere Königinnen in verschiedenen Entwickelungsstufen an. Unter dem Bau der Königin war die Erde sehr lose; verschiedene Gänge führten von dort aus nach mehreren kleinen Nestern, die keine Königin, wenigstens keinen Königsbau besassen, sondern nur aus den oben erwähnten wabenartigen Massen bestanden; es waren wohl neu angelegte, bisher nur vom Mutterstaat aus bevölkerte Kolonien. In der Absicht, sie härter zu machen, wurden einige Stücke des Baues der Sonne ausgesetzt. Die Gänge waren dicht mit Termiten, Arbeitern und Soldaten, angefüllt. Bald stellten sich einige kleine, schwarze Ameisen ein, rekognoszirten, kehrten um, und nach nicht ganz 10 Minuten erschienen lange Züge derselben Art, die im Verlauf einiger Stunden sämmtliche Termiten, obgleich sie doppelt so gross waren als die Ameisen, aus ihren Schlupfwinkeln holten und davon schleppten. Es war erstaunlich, zu sehen, wie diese kleinen Thierchen die ungleich grösseren packten und sie davon trugen. Selbst die Soldaten wurden auf diese Weise fortgeschleppt, wobei allerdings einige der Kleinen das Leben liessen, denn wenn sie einem Soldaten unvorsichtig nahten, schnitt er sie mit seiner scharfen Zange mitten durch; während sie noch zuckte, kam ein andres Thierchen desselben Stammes und rettete den Leichnam.

Smeathman, dem man die erste ausführliche Schilderung der Termiten verdankt, giebt an, dass eine alte Königin die Grösse von 20,000 bis 30,000 Arbeiterinnen erreichen könne! was aber eine Uebertreibung zu sein scheint. Bei Wägungen an Spiritusexemplaren, die ich mit Dr. Gerstaecker vornahm, ergab sich für eine Termitenkönigin von T. bellicosus (der Spezies, auf die sich Smeathman's Mittheilungen beziehen), dem grössten Exemplare der Berliner Sammlung, 16,135 Gramm, für ein junges, befruchtetes, aber nicht weiter entwickeltes Weibchen 0,490, also 1/33 des obigen Gewichts (ein Arbeiter von dieser Species war nicht vorhanden). Die Termitenkönigin T. gilvus (Hagen) von Singapore wog 5,200 Gramm, ein junges, befruchtetes Weibchen (das aber exenterirt war) 0,068 Gr., ein Arbeiter 0,005 Gr., also etwas weniger als das Tausendfache der verhältnissmässig grossen Königin.