„Wie meinst du das?“

„Nun – irgendwo muß ich mir doch wieder so eine Art Heimat schaffen, Hedda – und hier in eurer Nähe gefällt mir’s schon am besten. Immer unter fremden Menschen zu sein, ist auch schrecklich. Ich werd’ mich nach den Verhältnissen in Döbbernitz erkundigen ...“

Hedda nickte nur zustimmend; sie antwortete nicht. Die Idee des Vetters, sich um das Nachbargut zu bewerben, kam ihr so plötzlich, daß sie nicht recht wußte, ob sie sich darüber freuen sollte. Axel schien ihr Schweigen unrichtig zu deuten; er schaute sie von der Seite an und sagte:

„Das heißt, Cousine, wenn es dir recht ist –“

Jetzt lachte Hedda.

„Aber, Vetter,“ antwortete sie heiter, „warum soll es mir nicht recht sein? Es ist doch naturgemäß, daß ich Döbbernitz lieber in den Händen eines Verwandten als in denen eines Fremden weiß, zumal es früher einmal Hellsternscher Besitz gewesen ist –“

„Wirklich?“ fiel Axel ein.

„Jawohl, der Große Kurfürst schenkte es dem Hellstern – ich glaube, er hieß auch Axel –, der mit Sparre zusammen aus schwedischen Diensten in brandenburgische übertrat; dann kauften es die Rothenburgs und später die Zernins.“

„Es ist gut, daß ich dies weiß,“ erwiderte Axel ernsthaft; „Familienerinnerungen muß man wert halten ...“

Und nun wurde er schweigsam, während man langsam den Heimweg antrat. Offenbar ging ihm seine Idee durch den Kopf. Er sprach übrigens tagsüber nicht mehr davon. Hedda wunderte sich, daß er nicht wenigstens ihren Vater zu Rate zog, aber es schien, als vermeide er mit Absicht, das Thema von neuem anzuregen.