Aber Albert sprach nicht gleich weiter. Er zündete sich zunächst eine Zigarre an, während die andern ihn aufmerksam betrachteten. Er war der Klügste in der Familie und hatte als Großstädter seine Verbindungen. Endlich hub er etwas zögernd und mit schwerer Stimme wieder an:
„Erst wollen wir uns mal über das Eigentumsrecht einigen, Kinder,“ sagte er, und sofort fiel Bertold ein:
„So ist’s! Man muß doch wissen, woran man ist. Eher rühr’ ich auch nicht ’nen Finger in der Sache!“
Fritz wühlte mit beiden Händen in seinem Flachshaar. Er hatte genau gewußt, daß das so kommen würde. Aber er mußte sich fügen; ohne Albert war nichts anzufangen.
„Vater hat ja doch schon geteilt,“ entgegnete er. „Und alles gerichtlich und schwarz auf weiß. Ihr habt bar Geld gekriegt und ich die Krugwirtschaft. Das ist doch längst in Ordnung.“
„Es handelt sich um die Quelle,“ bemerkte Albert ernst, „das ist ein neues Objekt ...“
„Aber die Quelle liegt auf meinem Grund und Boden, dagegen ist nichts zu sagen,“ antwortete Fritz. Er wollte wenigstens versuchen, die Position zu verteidigen.
„Schön,“ erwiderte Albert und erhob sich. „Bist du der Meinung, so geh’ ich. Dann kümmre ich mich nicht weiter darum. Nehmt euch ’ne andre Beihilfe.“
Der Alte hielt ihn am Rockschoß fest.
„Hier bleiben!“ befahl er. Er sprach in grollendem Tone. Wenn er gereizt war, schob er die Oberlippe ein wenig empor und zeigte die breiten, gelben Zähne. Dann wurde sein von kurzen, grauen Stoppeln umrahmtes Gesicht böse, und das Auge begann zu funkeln.