Er nahm, während Albert achselzuckend am Tische stehen blieb, noch ein paar Züge aus seiner Pfeife und fuhr sodann in kurzen, knurrend hervorgestoßenen Sätzen fort:
„Es ist klar, daß die Quelle uns allen gehört. Nicht bloß einem. Freilich, die Graue Lehne gehört zur Krugwirtschaft. Aber der Quell hat sich jetzt erst gefunden. Und ich habe bei der Verteilung besonders ausmachen lassen, daß bei neuen Funden im Boden der Wirtschaft, sei’s Mergel, seien’s Kohlen oder sei’s Alaun, gedrittelt werden soll. So ist’s auch gerecht!“
Albert und Bertold nickten, und Fritz verzog den Mund. Richtig war’s; man hatte diese Bestimmung getroffen, vor allem in Rücksicht auf den Alaun, den man in letzter Zeit vielfach in der Gegend entdeckt, allerdings ziemlich unrein, so daß sich eine Förderung bisher nicht gelohnt hatte.
„Ich will nicht streiten,“ entgegnete Fritz schließlich; er wie die andern hatten einen gewaltigen Respekt vor dem Vater, der die erwachsenen Männer zuweilen noch wie Schulbuben behandelte. „Setzt’s auf und dann wollen wir’s vor dem Notar schriftlich machen: alles, was die Quelle bringt, geht in drei Teile.“
„In vier,“ sagte der Alte bestimmt.
Die drei Söhne schauten erstaunt auf. Was hieß denn das nun wieder? Wollte der Alte, der seit fünf Jahren bequem und ruhig in seinem Ausgedinge lebte, auch noch an den Einnahmen partizipieren?
„Warum denn in vier?“ fragte Albert endlich zaghaft.
„Weil ich auch meinen Teil haben will,“ erwiderte der Alte fest. „Ich bin sechsundsiebzig, aber will’s Gott, so leb’ ich noch zwanzig Jahr’. Und bringt uns die Quelle Glück, so bau’ ich mir ein Extrahäuschen und zieh’ mit Muttern hinein. Denn wenn der Fritze wirklich heiraten tut ...“
„Es ist noch nicht so weit,“ fiel Albert ein, und Bertold setzte, an seiner Brille rückend, hinzu: „Das mit der Dörthe wird er sich auch noch überlegen.“
Fritz erwiderte nichts; doch der Alte sagte, die Pfeife zwischen den Zähnen behaltend, in trotzigem Tone: „Ganz gleich. Es bleibt dabei. In vier Teile.“