„Ein altes Stück Holz kann ich nicht mehr neu machen,“ entgegnete Klempt und steckte das Geld ein. „Gehst du am Abend zu Tanze?“

„Ja – ich darf, aber ich soll um Mitternacht wieder zu Hause sein.“

„Recht so. Du brauchst dir nicht die ganze Nacht um die Ohren zu schlagen. Sei vernünftig, Dörthe – daß du mir keine Dummheiten machst! Ich weiß, wie’s beim Erntefest zugeht.“

Dörthe lachte. „Habe doch keine Bange, Vater! Nee – ach du lieber Gott! So bin ich nicht wie die Liese! ... Vater, du siehst immer noch blaß aus. Du hätt’st nicht bei der Hitze mitlaufen soll’n!“

„Ich weiß, was richtig ist. Der Kommerzienrat ist mein Brotherr. Nun geh – vielleicht springst du noch mal zu uns ’ran, eh’ du in den Krug machst!“

„Werd’ sehen!“ rief Dörthe und eilte davon, daß ihre Röcke flogen. Es war Mittagszeit, und sie mußte auf dem Baronshof in der Küche helfen. –

Sein Bombardon im Arm, war Fritz mit großen Schritten nach dem Kruge zurückgekehrt. Hier stand der alte Möller auf einer Leiter und nagelte zur Feier des Tages eine Girlande an, die mit Bändchen aus rotem und blauem Seidenpapier durchflochten war.

„Nu sind wir so weit, Vater!“ rief Fritz dem Alten entgegen.

„Was hast du gesagt?“ fragte dieser von der Leiter herunter, drei große Nägel zwischen den Zähnen haltend.

„Nu sind wir so weit,“ wiederholte Fritz. „Mit der Quelle. Der Kommerzienrat ist dabei. Ich habe ihn breitgeschlagen. Albert soll zu ihm kommen.“