„Wir müssen mit dem 10 Uhrzuge fahren, ich koche für Agnes das Mittagessen vorher...“

„Wie unnütz, Frau Asmus! Agnes ißt bei mir, und Sie schließen gleich zu.“

Nun, da stand einmal ein billiger Tag in Aussicht.

Und außerdem hatte Frau Asmus das Versprechen der Lehrerin, daß ein Wiedersehen zwischen den beiden Freundinnen ausgeschlossen sei.

Man schritt nun durch das altertümliche Tor der Stadt. Hansohm, der in seiner Nähe wohnte, verabschiedete sich. Einen Augenblick blieb Fräulein Doktor noch bei ihm stehen. „Grüßen Sie mir tausendmal Fräulein Lore. Sie hat einen stillen, friedlichen Nachmittag mit einem guten Buche als Gesellschaft zu verzeichnen, ich war heute friedloser...“

„Wenn Sie sich Mutter Asmus als Begleiterin wählen, ist’s Ihre eigene Schuld,“ grollte Hansohm.

„Woran mahnen Sie mich,“ rief Fräulein Doktor. „Kollege, Sie müssen mir durch Lore Kochrezepte verschaffen, ich versprach Frau Asmus eine Legion und besitze nicht ein einziges.“

„O, von mir aus kann ich auch mit ein paar aufwarten. ‚Wie man böse Weiber in Essig legt‘ und dann...“

„Danke, danke, die Überschrift genügt schon,“ wehrte Fräulein Doktor. „Im übrigen habe ich am nächsten Dienstag die Agnes den ganzen Tag bei mir zum Besuch... Gute Nacht, gute Nacht.“