Die beiden Herren sahen einander an. Sörensen dachte: Wann hätte ich je etwas Gutes von dir bekommen? Und Kahl sagte zu sich: „Nein, — das, was du meinst, ist es nicht. Das ist noch nicht ganz reif und ich muß dich noch etwas länger in der Schwebe halten.“
Laut fuhr er fort: „Eine mißliche, ärgerliche Angelegenheit. Es wird in meiner dritten Klasse gestohlen.“
„Das wäre! Da höre ich ja heute das erste Wort.“
„Ich mußte schweigen und verpflichtete auch die Kinder dazu, damit wir den Dieb in Sicherheit einwiegten. —“
„Hm. Diese Weise ist mir sehr unsympathisch, Herr Oberlehrer. Wir sind kein Detektivbureau. Wie lange spielt die häßliche Sache?“
„Seit vierzehn Tagen.“
„Das ist sehr lange. Die Kinder müssen ja fortgesetzt in großer Gewissenspein gewesen sein. Ich stehe da zu Ihrer Auffassung in schroffstem Gegensatze.“
„Wie immer,“ bemerkte Kahl gereizt.
Sörensen hob abwehrend die Hand. „Herr Kollege, wir wollen beide objektiv bleiben. Und ich muß noch ein paar Fragen stellen. Welchen Prozentsatz der dritten Klasse haben Sie verpflichtet? Da muß doch ein Verdacht gegen mehrere Kinder bestehen? Und sind Sie sicher, daß nicht doch untereinander geschwatzt und gemutmaßt wird?“