„Meiner Klasse bin ich ganz sicher. Es sind erstaunlich aufgeweckte, frühreife Kinder darunter. Ich konnte sie richtig organisieren.“
„Herr Oberlehrer, ich betone noch einmal, das ist mir sehr, sehr unsympathisch. Organisation! Worin besteht sie? Im Spionendienst?“
„Herr Direktor, ich weiß, Sie wollen mich damit beleidigen, aber es gleitet an mir ab. Und Sie haben ganz recht geraten. Ja, ich leite die Kinder an, mir zu helfen, einen Spitzbuben zu entlarven.“
„Was wird gestohlen?“
„Zuerst war es gesammeltes Geld, dann kamen neu gekaufte Hefte an die Reihe, Schreibmaterial, neue Federkasten. Ein Wintermantel verschwand...“
„Herr Oberlehrer, es ist unverantwortlich, daß mir davon nicht Mitteilung gemacht wurde. Und beruhigen sich denn die Eltern bei solchen Vorkommnissen?“
„Ich bin persönlich bei den Eltern gewesen, um alles gütlich beizulegen...“
„Aber zu welchem Zweck? Hier ist doch das rücksichtsloseste Verfolgen das einzig Gegebene...“
„Dafür bin ich früher auch gewesen. Aber ich fürchtete Durchstechereien.“
„Sie erschrecken mich, Herr Kollege Kahl. Ich habe mich doch auch mit der dritten Klasse hie und da beschäftigt, und wenn sie mir auch nicht sympathisch ist, so halte ich sie doch moralisch für einwandfrei.“