„Herr Direktor,“ — Kahl trat näher heran und lächelte hämisch. „Es handelt sich wahrscheinlich gar nicht um die dritte Klasse, — mein Verdacht und der der Kinder richtet sich vielmehr auf — ich spreche streng vertraulich — auf den Schuldiener Harks.“
„Herr Oberlehrer Kahl! Wissen Sie, was Sie da sagen?“
„Jawohl, ich weiß es. Und ich möchte auch den Vorwurf der verzögerten Anzeige von mir abwehren. Ich hätte eher gesprochen, wenn Sie nicht immer mit Betonung den Beschützer des allgemein unbeliebten Harks gespielt hätten.“
„Beschützer? Den Mann beschützt sein langes, ehrenhaftes Vorleben.“
„Hm.“
„Herr Oberlehrer, ich erhebe Einspruch gegen dies ‚vorbehaltliche‘ Hm. — Mir ist der Schulwart Harks sowohl von der Behörde als auch von verschiedenen Kollegen als ein durchaus einwandfreier Mann empfohlen worden. Er verwaltet sein Amt tadellos...“
„Und ist ein Grobian ohne Manieren. Die Kinder scheuen sich, zu ihm zu gehen.“
„Nur die unordentlichen. Denen pflegt er die Leviten zu lesen. Ich weiß, daß ihm herumgeworfenes Frühstückspapier eine persönliche Beleidigung bedeutet und ich habe zu viel gegenteilige Schuldiener erlebt, um nicht Harks Eigenart zu schätzen.“
„Wenn er nicht zu eigenartig wird.“ lächelte Kahl...