Wie eine aufgeregte Schar junger Vögel saß die dritte Klasse auf ihren Bänken. Die Köpfe neigten sich zueinander. Die Schnäbel zwitscherten und wisperten. Am Katheder stand Professor Kahl mit zwei besonders hell und aufgeweckt aussehenden Mädchen. Als der Direktor hereintrat, wurde alles still. Nur auf der vorletzten Bank hörte man eine eintönige Stimme: „Und ich habe es nicht getan, und wenn ich es doch nicht getan habe!“

„Wenn du es nicht getan hast, Bertha Ehlen, dann wird dir kein Mensch etwas anhaben,“ sagte Sörensen ruhig. „Aber es befremdet mich, daß immer zuerst der Verdacht auf dich fällt und daß du überhaupt keine Freundin hast.“

„Und ich habe es nicht getan und wenn ich es doch nicht getan habe!“

„Sie hat immer Schokolade mit und Zuckersteine,“ rief Lotte Krebs im rechten, echten Angeberton.

Die Beschuldigte warf ihr einen giftigen Blick zu: „Du hast es mir ja immer fortgegessen,“ schrie sie. —

Sörensen erhob seine Stimme: „Ihr habt nur zu reden, wenn ihr gefragt werdet, das bitte ich mir aus. Bertha Ehlen, an welchem Tage wurde der Wintermantel gestohlen?“

Bertha Ehlen murmelte statt der Antwort: „Und ich habe es nicht getan und wenn ich es nicht getan habe?“

Ein Finger wurde mit großer Dringlichkeit in die Höhe gebohrt.

„Was willst du, Lise Steffens?“