„Dann kann ich wohl gehen, Herr Direktor?“ fragte Kahl ärgerlich.

„Herr Oberlehrer, — ich werde jetzt selbst für Aufklärung des Falles sorgen.“

„Darf ich Haussuchung bei Harks halten lassen?...“

„So sicher sind Sie Ihrer Sache???“

„Ziemlich, Herr Direktor.“

Sörensen wollte eben sagen: „Tun Sie, was Ihnen die Pflicht gebietet.“ Aber da las er in den Augen des Kollegen so viel Befriedigung... und fühlte zugleich, daß er — gehaßt wurde...

„Herr Oberlehrer Kahl, ich komme gleich selbst in Ihre Klasse. Von einer Haussuchung möchte ich vorläufig absehen. Ich will erst noch die Bertha Ehlen vernehmen ...“

„Guten Morgen, Herr Direktor.“

Als die Tür hinter Kahl ins Schloß gefallen war, bemächtigte sich Sörensen neben einem ehrlichen Zorn eine große Traurigkeit. Er ging ein paarmal in seinem Zimmer auf und ab, um ruhig zu werden.

Auf die kleine, freundliche Welt seines Lyzeums, das ihm bereits ein Stückchen Heimat bedeutete, war häßlicher Mehltau gefallen. —