Eine tiefe Stille entstand, und in diese Stille hinein klang nur die öde Entschuldigung der Bertha Ehlen.
Oberlehrer Kahl hatte sein Taschenmesser hervorgezogen und schnitt Packpapier und Stricke des Paketes mit einem Schnitt durch. In einen hübschen Tuchmantel waren die mannigfachsten Gegenstände gewickelt, Muff und Gummischuhe lagen obenauf.
„Ich habe es aber nicht getan, und...“
Mit festem Griff packte der Direktor die Plärrende an den Schultern und schob sie zur Türe hinaus.
„Nimm deine Sachen und geh nach Hause,“ gebot er kurz. „Du brauchst nicht wiederzukommen.“
Bertha heulte auf. „Ich habe doch die Sachen gar nicht bei mir gehabt, sie haben sie ja beim Onkel gefunden ...“
„Geh! Und komm mir nicht wieder vor die Augen.“
Der Direktor klopfte noch an die Tür der ersten Klasse. Fräulein Doktor öffnete ihm.
„Ich erbitte mir von Ihnen für eine halbe Stunde die Agnes Asmus. Sie soll sich sofort anziehen und Bertha Ehlen aus der dritten Klasse zu deren Eltern bringen. Ohne sich mit dem Kind in irgendein Gespräch einzulassen.“