Sörensen reichte ihm die Hand. „Sie haben gebüßt“, sagte er ernst und gütig. „Und ich will Ihnen helfen, daß Ihr Lebensabend ein freundlicher werde.....“
„Herr Direktor, — ach Herr Direktor!“.....
Auf der Schwelle des Zimmers blieb der alte Mann noch stehen. „Darf ich noch sagen,“ fragte er leise und demütig, „daß meine Frau und ich wochenlang nicht in die kleine Rumpelkammer kommen, wohin meine Nichte das gestohlene Gut gelegt hat?......“
„Quälen Sie sich doch nicht mehr mit dieser Angelegenheit, Harks. Und wenn Ihre arme Schwester da irgend einen Rat braucht — wegen Unterbringung der Bertha, so soll sie sich an mich wenden. In festen und freundlichen Händen kann aus dem bösen Mädel noch eine Freude der Eltern werden...... ich bin der Letzte, der ein verirrtes Kind aufgibt. Nur in meiner Schule konnte ich sie nicht behalten. —“
Sonntag abend.
Es ist gut, daß die Wochen und Tage so fliegen. —
Die ganze Sache hatte mich doch sehr mitgenommen.
Stundenlang lief ich in der Heide umher. Zu wissen, in den Händen eines Kahl zu sein oder von „Kahl und Genossen“, wie Hansohm schon früher immer sagte, — das war lähmend.
Und dabei stillhalten zu müssen.
Ich tappte ja auch im Dunkeln. Wußte und weiß nicht, ob Lisette außer dem Brief noch Aufklärungen an Kahl gegeben hatte. —