Ich war schuldig geworden, und die Lisbeth — die Lisbeth, Herr Direktor, die hatte ihr junges Herz dem — — geschenkt.“

Der alte Mann weinte schwer.

„Herr Direktor, meine Frau und ich haben kein Arg gehabt. Die Lisbeth war immer so ein bißchen schwärmerisch gewesen, — aber doch auch wieder so verständig. Sie muß eigentlich gewußt haben, daß der Herr sie sein Lebtag nicht heiraten würde. Aber sie war wohl blind und taub vor Liebe: Hinter unserm Rücken haben sie sich getroffen, — sie diente erst bei dem alten Fräulein Tingleff, aber dann hat er ihr eine Stelle bei seiner Wirtin verschafft. Gegen uns war sie immer ein gutes Kind und besonders so sanft und zutunlich zur kranken Mutter......

Dann fing sie aber selbst an zu kränkeln..... Und die Frau kündigte ihr ganz plötzlich.... Ja, und dann hatte sich wohl der Herr Oberlehrer mit ihr verzürnt, er heiratete ja auch bald darauf...

Herr Direktor,.... da hat man sie aus der Luhe gezogen.

So ein schönes, gutes, frommes Kind. Unsere Lisbeth .......“

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Es war ganz still im Zimmer. Nur die alte Standuhr tickte, und das schwere Atmen des unglücklichen Vaters war zu hören.

Direktor Sörensen war aufgestanden und durchwanderte das Zimmer. Mit seinem warmen, gütigen Herzen durchlebte er das Schicksal des alten Mannes. Und zugleich fühlte er, daß er nicht weiter an einer Schule mit Oberlehrer Kahl zusammenwirken könne. Er blieb vor Harks stehen. Dieser stand mit schlaff herabhängenden Armen und erwartete sein Urteil.