„Mich?“ fragte Sörensen befremdet. „Wir sind uns sehr unsympathisch, — aber Haß???“
„Ja, er haßt Sie wie das Böse das Gute haßt, der Niedrige den Aufrechten....“
„Und trotzdem Sie so denken, wollen Sie.....“ Sörensen brach ab. Es ging ihn nichts an, ob diese arme Seele den von ihr selbst geschmähten Gatten wieder, auch ohne seine Reue, aufnehmen konnte und wollte. „Frauenliebe“, dachte er. „Tausendmal getreten, verschmäht und beleidigt und doch immer dieselbe....“
„Ich werde alles tun, damit man Ihnen Ihren Wunsch erfüllt“, sagte er jetzt.
Sie streckte ihm wortlos die Hand hin. Krank und erschöpft sah sie aus, und er geleitete sie sorglich durch das Zimmer und über den Flur an der mißtrauisch dreinschauenden Frau Dietz vorbei nach der Treppe. —
Als seine Haushälterin ihm das Abendbrot auftrug, fragte er sie nach den Schneider Bertelschen Eheleuten. „Ich meine doch, den Namen auf irgend einer Rechnung gesehen zu haben.“ —
„Ja freilich“, bestätigte Frau Dietz. „Der Bertels ist ein Heidekamper Kind, deshalb brachte ich ihm auch die Sachen vom Herrn Direktor zum Ausbessern. War ja gut mit ihm befreundet und mit seiner Frau.“
„Sind Sie es denn nicht mehr?“ fragte Sörensen unbehaglich.
„Nein, Herr Direktor. Der Bertels hat sich da eine Aftermieterin aufschnacken lassen, und die sitzt nun mit an seinem Tisch und führt das große Wort und will mich jawohl ausfragen.....