Ein befriedigter Blick des alten Heidekampers flog bei ihren letzten Worten zu mir herüber.

„Und dann,“ — Sörine spielte ihren letzten Trumpf aus, — „Herr Direktor ist doch auch unser Gast, und ich weiß, dem ist ein Gang durch die blühende Heide mehr wert als dies Herumsitzen im Garten.“

Ihre Augen sahen mich bittend an. Wahrhaftig, ich mußte bestätigend nicken. Da lachte der Alte und reichte mir abschiednehmend die Hand.

„Wirft man so verblümt die Gäste hinaus“, fragte ich scherzend Sörine, aber sie lächelte nur schattenhaft.

„Ich nehme den Tyras mit“, sagte sie zum Großvater, und während ich mich noch von Grauchen und den farblosen anderen Gästen verabschiedete, pfiff sie dem Hunde, der in großen Sätzen herangaloppierte und dann ernsthaft neben uns herschritt. Eine geraume Weile waren wir ganz schweigsam. Ich streifte von Zeit zu Zeit ihr leicht erblaßtes Gesicht mit der Falte zwischen den dunklen Augenbrauen.

„Du kleines Mädchen,“ dachte ich... „Du solltest auch lieber noch über dem Pensum grübeln, das ich der ersten Klasse für morgen aufgab, anstatt dich und dein junges Herz schon mit Heiratsgedanken zu beschäftigen...“

„Nun?“ fragte ich endlich. „Ist es denn so schwer, seinem alten Lehrer etwas anzuvertrauen....?“

„Eine Bitte habe ich, — — eine große, große Bitte“, sagte sie ruhig mit tiefem Ernst. „Es muß etwas für Agnes geschehen...“

„Für Agnes Asmus?“ fragte ich verblüfft. „Ich hatte gemeint, Sie wollten mir ganz etwas anderes erzählen...“