„Dort wandert die Zukunft von Heidekamp“, sagte er zu mir und zeigte auf das junge Paar, das sich zum Bocciaspiel zusammengetan hatte. „Neffe Kurt ist mir der Liebste aus der ganzen Verwandtschaft. Ein heller Kopf, ein warmes Herz. Liebe zur Scholle. Bodenständig bis ins Mark. Daran hat auch die Juristerei nichts geändert, in die sein Vater ihn gezwängt hat. Nun, die wird sich auch schon wieder verwachsen, wenn er erst Herr hier ist.....“

„Und Sörine?“ fragte ich. Meine Stimme muß heiser geklungen haben.....

„Ja, mein lieber Herr Direktor, das ist eben das Schöne, — sie hat ihn lieb. Ist mit ihm aufgewachsen, und ich habe sie nicht im Unklaren gelassen, daß sie an ihrem achtzehnten Geburtstage seine Braut werden soll...“

In diesem Augenblick kamen die beiden, von denen wir sprachen, herangelaufen, und Sörine rief lachend: „Das Negativ will schon fort, Großvaterli, halte es ja nicht auf, es ist heute unbeschreiblich langweilig.“

„Das Negativ? Was sind das für Schnurren?“ fragte der Alte.

„Sieh ihn dir doch an, Großvaterli, und dann finde einen besseren Namen.“

Wir lachten alle, auch der Geneckte selbst, der mit seinem dunklen, rostbraun verbrannten Gesicht und ebensolchen Händen, dazu dem schneeweißen Anzug und weißen Schuhen wirklich den Ausdruck verdiente.

„Teufelsmädel“, sagte der Alte, und von dem Jungen fing ich wieder einen strahlenden Blick auf, der die junge Mädchenblüte zärtlich umfaßte. Dann brachte sie den Vetter noch zu seinem Wagen, und ich sah ihr weißes Tuch noch lange grüßend ihm nachwehen. — Als sie zurückkam, sah ich in ein ernstes Gesicht. „Darf ich ein Stückchen weit mit Ihnen durch die Heide gehen, Herr Direktor?“

„Na höre mal“, fiel der Großvater dröhnend ein, „du kannst doch nicht so ohne weiteres deine jugendlichen Gäste da unten verlassen, du bist doch stellvertretende Hausfrau und sozusagen Gastgeberin...“

„Ach, sie vermissen mich nicht“, meinte Sörine achselzuckend, „sehen mich auch gar nicht für voll an.... und Kurt ist ja auch nicht mehr da.“