Ihre Blauaugen leuchteten förmlich im Entzücken.

„O seht nur, seht nur!“ rief sie leise, scheu, beglückt. Und da saß ein wirklicher Falter, ein prächtiges Pfauenauge auf ihrem Gürtelsträußchen....

„Oh — nun ist er fort!!!“ Mit tiefem Seufzer sah sie dem Fliehenden nach. „Kurt, du hast ihn verjagt, — wie täppisch du immer bist!“

„Wenn du jedem Schmetterling nachtrauern willst, Bäschen.....“

Der Gescholtene wurde mir dann vorgestellt. Er ist auch ein Heidekamper, der eigentliche Erbe des Majorats.

Wohl einundzwanzigjährig. Schmal und rassig. —

Ganz wunderlich ward mir zu Sinn, als ich spürte, daß diesem jungen Menschen die kleine Sörine kein Kind mehr bedeutet.... Wunderlich? Es war wie ein herber Schmerz.....

Meine Schülerin. — Junger Heidekamper, laß ihr doch noch das unbefangene Blühen! Zwinge sie nicht zu frühe mit deinen Blicken in den Garten deines Hauses. Das wird noch viele Jahre in der Stadt stehen nach Wunsch deines Vaters....

Aber ein rechtes Heidekind ist die Sörine und die rote Weite ihr Mutterboden,.... reiße die feinen Wurzeln nicht heraus, — löse sie fein langsam....

Denn lösen willst und wirst du sie wohl. — Der alte Herr gab mir sein gutes Vertrauen.